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CD Kritik

Weezer: Alarmstufe Rot

22.06. 12:49 Uhr

Weezer: Alarmstufe Rot

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Erst blau, dann grün, jetzt rot: Nach dem Debütwerk von 1994 und der Hit-Sammlung des grünen Meisterstücks von 2001 trägt weitere sieben Jahre später zum dritten Mal ein Album der College-Rocker um Bandleader Rivers Cuomo schlicht den Bandnamen Weezer.

Als Nachfolger der eher unspektakulären Vorgänger «Maladroit» und «Make Believe» war die Erwartungshaltung an das unter Fans einfach das «rote Album» genannte Werk nicht eben gering.

Rivers Cuomos Ankündigung, die klassischen Songstrukturen à la Strophe-Überleitung-Refrain überwinden zu wollen, sorgte da für umso gespanntere Gesichter. Zu viel versprochen hat er nicht: Endlich wieder verstehen es Weezer, souverän ihre Popsongs in selbstreflexiver Ironie zu versenken, ohne es dabei an Qualität mangeln zu lassen. Schon der Alter-Ego-Karneval auf dem Covermotiv gibt sich so bierernst, dass das Schmunzeln locker sitzt, und auch sonst macht die Platte Ernst mit ihrer kitschigen Albernheit.

Was die Aufmachung verspricht, hält die Musik: «The Greatest Man That Ever Lived (Variations On A Shaker Hymn)» lädt für einige Minuten zu einer epischen Reise durch die jüngere Rock-Geschichte ein, macht einen Zwischenstopp bei den Beatles, borgt sich einen gregorianischen Chor bei Queen und biegt dann elegant zurück auf die Zielgerade für ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Green Day. Weiter weg vom Format-Pop waren Weezer selten, unterhaltsamer ebenso wenig.

Die musikalisch recht typische Single «Pork And Beans» watscht dann nicht nur die Label-Chefs und deren Angebot ab, den Produzenten Timbaland als Hit-Garanten anzuheuern, sondern versammelt die gesamte YouTube-Prominenz der letzten Jahre in einem Clip, dem der Spaß aus jeder Pore strömt. Und so geht es nach Lust und Laune weiter, ohne klare Linie, aber mit Witz und Ideen: «Everybody Get Dangerous» beraubt die Red Hot Chili Peppers ihres Rap-Rock-Monopols, «Heart Songs» ehrt die musikalischen Vorbilder, und auch die anderen Bandmitglieder dürfen starke Songs wie «Cold Dark World» und «Thought I Knew» beisteuern.

Weezer nähern sich mit dem roten Album ihrer alten Form: Anstatt leerer Gesten und peinlicher Selbstkopie findet das Quartett sowohl die Freude an heterogenen Popsongideen als auch den naiven Humor als Stilmittel wieder und fügt alles zu einem sprunghaften Album zusammen, das mehr als einen Hit enthält - und mehr als einmal dafür gehört werden muss. Freuen wir uns bereits jetzt auf die Farbe Gelb. Vermutlich etwa im Jahr 2015.

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1 Kommentare zu Weezer: Alarmstufe Rot

Autor Kommentar

FunkyFlea

25.07. 22:03 Uhr

Pork and Beans

'Pork and Beans' ist wirklich ein toller Song, wahrscheinlich der beste des ganzen Albums. Insgesamt bin ich positiv überrascht.