CD Kritik
The Fratellis zaubern zweites Album aus dem Hut
The Fratellis zaubern zweites Album aus dem Hut
Ein mit Megaphon, Stock und Zylinder ausstaffierter Impresario lädt auf dem Cover in den Zirkus ein, zum Jahrmarkt der Narren, Gaukler und Zauberer. The Fratellis sind fraglos eine der wenigen Bands, bei denen der Spaß ganz oben angesiedelt ist.
Vor knapp zwei Jahren wurden Jon, Mince und Barry Fratelli die Überflieger der Saison. Und sie fliegen immer noch: 11 - zuweilen überdrehte und aberwitzige - Songs werfen die Schotten diesmal in die Pop-Arena, in der es wie immer toll zugeht.
Dabei zaubern die drei Brüder im Geiste immer wieder tolle Melodien aus dem Hut, wissen mit ihrem Mix aus Glam-Rock (von Mud bis Slade), (immer mal wieder) The Clash und sämtlicher Pop-Schunkelmusik der letzten 20 Jahre immer wieder zu begeistern.
Neu und innovativ ist das alles beileibe nicht, dafür steckt ihre hemdsärmelige Party-Musik aber immer wieder voller Schlenker und Attraktionen. Mit «My Friend John» galoppieren sie gleich los, erinnern mit den Piano-Parts in «A Heady Tale» an Elton John und Little Richard, geben sich mit «Babydoll» auch mal poetisch, um sich mit Lupe Brown ganz ohne Scham an die Beatles zu hängen.
Auf all die «La, La Las», «Oh Yeahs», «Bara bap bara ra ra bara bap bara ra ra ras», «Do do do do do do do do dos» und «Woo hoos, Woo hees» haben die drei Fratellis auf «Here We Stand» zwar verzichtet, ziehen sich mit ihrem zweiten Album aber ganz ordentlich aus der Affäre. Ein bisschen weniger Vaudeville, ein bisschen mehr Rock'n'Roll - das sind die Fratellis 2008.




