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CD Kritik

Meine Rezension zu PLAN A

15.07. 20:24 Uhr

Meine Rezension zu PLAN A

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<p>Das ist meine erste Albumrezension, die allein auf meinen Hörerfahrungen beruht, nicht auf fachliche Kompetenz in musikalischer Gestaltung zurückgreifen kann, also eine Kritik einer Rockmusik liebenden Musikkonsumentin ist. Ich finde das Debütalbum von <strong>Thomas Godoj</strong> Klasse und freue mich auf jedes Livekonzert, das ich besuchen kann.</p>

Schon beim ersten Hören stelle ich fest: Das Album gefällt mir richtig gut. Endlosschleife!

Das aus Ingo Politz, Bernd Wendlandt und Brix bestehende Produzententeam hat ihm doch ganz abwechslungsreiche Songs geschrieben, die mir jedoch alle viel zu kurz sind. So würde ich mir für das nächste Album auch längere Titel mit instrumentalen Zwischenstücken wünschen, nicht nur den Ablauf Strophe, Refrain, Strophe …

Zu den Details: Krachende Gitarren, energischer Sound, schöne Balladen und natürlich Thomas' hinreißende, gefühlvolle Stimme machen "Plan A!" für mich zwar zu keinem perfekten, aber sehr gelungenen Debütalbum. (Perfektionismus in der Musik wirkt auf mich sowieso meist künstlich gesteilt, nicht mehr natürlich, für mich gibt es nur wenige perfekte Alben, vielleicht von Pink Floyd oder „The Joshua Tree“ von U2.)

Drei Stücke stammen aus der Feder von Thomas selbst und seinem Freund Christian Bömkes. Die deutschen Titel sind für mich die absoluten Höhepunkte auf dieser CD. Die Texte wirken auf mich sehr persönlich, somit authentisch, sie folgen keinem Reimschema und lassen Freiräume zur Interpretation. So ist mein absoluter Favorit der Titel „Helden gesucht“, ein Lied, das, wie man hörte, schon zwei Jahre in der Schublade lag, ein Lied, das Menschen besingt, die nicht vollkommen sind, aber bereit, die Hürden des Lebens zu meistern, immer wieder Fragen zu stellen, Fehler zu machen, zu träumen, ab und zu Kind zu sein- was natürliche Naivität und  Unbeschwertheit, Neugier und unverfälschtes Sich- Freuen- Können assoziiert- ja, und die den Mut haben, einfach nicht vollkommen zu sein. Eben die wahren Helden des Lebens, Menschen wie du und ich, die dem Alltag stellen-  Menschlichkeit pur.

Musikalisch rockig und abwechslungsreich, tolles Schlagzeug, super Gitarrensound, wunderschön im Hintergrund das Keyboard, ein Wahnsinnstitel für Liveauftritte.

Der Song „Plan A“ erscheint mir als der persönlichste- ein nachdenklicher, die letzten Wochen reflektierender Thomas, der versucht, ein Gleichgewicht zu finden, dabei aber trotzdem Optimismus und Bodenständigkeit ausstrahlt.  „`s hat sich gelohnt, auf euch zu bauen, Ihr könnt mir weiterhin vertrauen. Das andere ergibt sich, Ihr seid mir wichtig.“ Dieser gesungene Dank an seine Freunde und Fans ist angekommen, ich kann selbst sagen: „Thomas, ich vertraue dir, ich bin sicher, dass du dich nicht verbiegen lassen wirst, dass du deinen Weg gehst, den wir begleiten wollen. Nimm Ebbe und Flut, das Auf und Ab der Wellen, wie sie kommen, und flieg musikalisch und als Persönlichkeit bis zum Horizont!“    Die krachenden und besinnlichen Gitarrenklänge machen den Song perfekt. Nur dieses auf mich undefinierbar wirkende Lachen am Ende hat mich irritiert, das kann ich dem Thomas, wie ich ihn zu kennen scheine, nicht zuordnen.

„Autopilot“- nach einer Interviewaussage von Thomas das Ergebnis einer unfreiwilligen Wartezeit im Stau auf der Autobahn. Schöner gleichmäßiger Rhythmus im Einspiel, die Musik wirkt fast etwas mystisch, dann wieder krachende Gitarren, ein besinnlicher Text, der ein JA zur Liebe und zum Leben in sich birgt. Hier entsteht der Wunsch, möge Thomas noch sehr oft im Stau stecken bleiben, wenn dabei so viel Kreativität frei wird.

Neben "Love is you", das als Single in nur zwei Wochen Goldstatus erreichte, gibt es weitere Balladen, ein paar schöne Uptempo- Nummern sowie hochemotionale Midtempo- Hymnen wie „I don't feel the same" oder „Summer breeze".

Der Song „Summer breeze", ebenfalls aus der Feder von Christian Bömkes und Thomas Godoj, ist von den englischen Songs einer der besten Tracks. Hier überzeugen mich vor allem die gefühlvolle, kraftvolle Baritonstimme von Thomas sowie die die eingängige Musik des Songs- der hat Ohrwurmcharakter.

Von den Balladen ist besonders „I don't feel the same" mein Favorit.

Zu Beginn wird Thomas  lediglich von einem Klavier begleitet, was unglaublich schön klingt. Eine einfache Instrumentierung ganz nach meinem Geschmack, ohne technischen Schnick- Schnack, ohne Verhallung seiner so berührenden Stimme. Am Schluss steigert sich der Song, wenn der Rest der Instrumente nach und nach dazukommt.

Es gibt weitere wunderschöne Rockballaden, von denen zumindest einige mein Innerstes erreicht haben, Gefühle aufwühlen- „Too young to grow old“- der Text spricht mir aus der Seele, dieses Nachdenken über die Jugendzeit, übers Älterwerden, das Leben, das durch die Alltäglichkeiten davon zu laufen scheint, wenn wir es zulassen. Gleiches gilt für den Song „When the tears are falling“, leiser gefühlvoller Gesang, Konzertgitarre als Begleitung, das Piano im Hintergrund. Da steigern sich Emotionen in mir als Hörer.

Die Ballade „I don't feel the same" ist eine ebenso zarte, vom Klavier getragene Ballade. „The morning sun" erinnert mich mit seiner dynamischen Melodie, die von Gitarren und Schlagzeug dominiert wird, an U2 mit Bono Ende der 80er Jahre. Ein Sound, der gut zu Thomas und seiner Stimme passt, ohne irgendwen zu imitieren. Thomas bleibt unverwechselbar!

Ein Song, auf den ich nach der Mottoshow sehr gehofft hatte, ist die rockige Neuauflage des Beatles-Klassiker „Let it be". Live ein tolles Erlebnis- in Oschersleben ein Highlight- das die Leute mitgerissen hat. Auf der CD wirkt dieser Song nicht mehr so, da er für meine Begriffe schlecht abgemischt wurde und zu viele unnötige Backgroundstimmen hat. Thomas pur wäre hier das richtige Konzept gewesen. Da bleibt mir nur, viele Livekonzerte zu besuchen!

Zwar nicht auf dem Album, aber wenigstens für 48 Stunden zum Download bereitgestellt,  der Elvis- Klassiker „Suspicious minds“ sowie „I am not ok“.

„Suspicious minds“- von vielen Größen der Rockszene gecovert, Bruce SpringsteenGareth Gates, Robbi Williams oder U2, und nun auch von Thomas Godoj. Eine gute Version, die mir nach wie vor Gänsehaut verursacht und Thomas` Rockerstimme herausfordert. Störend wieder der Backroundchor und der Hall.

Unerreicht ist für mich der Song „I `m not ok“, keine Effekte, leiser, gefühlvoller Gesang, Klavier- und Gitarren- und Schlagzeugbegleitung dezent die Stimme tragend! Unplugged bei der Oliver- Geissen- Show, Thomas  Godoj und Sebastian Netz- Mein Dreamteam! Ich hoffe auf eine Singlauskopplung.

Mein Fazit.

Wenn man ein gutes Debütalbum im Hause haben möchte, das man sich auch immer wieder anhört, so ist das Album „PLAN A“. Ich habe es schon unzählige Male gehört, es wird nicht langweilig.

Wie nicht anders gehofft, ist das tragende Element des Albums die unverwechselbare Stimme von Thomas Godoj. Sie transportiert Emotionen aus tiefster Seele ohne Schmalz und ohne Dekoration und nimmt in jeder Tonhöhe eine andere Klangfarbe an, wobei die tiefen Lagen für Gänsehaut pur sorgen. Davon hätte ich mir noch mehr gewünscht, darin liegt Thomas` Stärke. Für weitere Alben wünsche ich mir mehr deutsche Songs aus den Federn von Thomas und Christian- sperrt sie irgendwo weg und lasst sie mal drei Wochen in Ruhe kreativ sein!

Bei englischen Texten sollte man sich weniger dem Reimen verpflichtet fühlen, das Verhallen der Stimme von Thomas erachte ich als unnötig, ein Backroundgesang, die zweite Stimme,  kann wunderbar von seinen Bandmitgliedern und Freunden geleistet werden- Sebastian kann das hervorragend, habe es selbst gehört. Längere Songs mit abwechslungs-reichen musikalischen Einspielen wären zukünftig toll- insgesamt rockiger, auch wenn Balladen nicht fehlen dürfen.

In den unzähligen Interviews, die ich mit Thomas gehört habe, in denen immer wieder dieselben Fragen gestellt wurden, erscheint der junge Mann teilweise als etwas wortkarg, so ein Art Einsatztyp- wer diese CD gehört hat, der HÖRT, was er uns sagen will.

Thomas, meine Hochachtung, dass du dir trotz des Stempels DSDS- Superstar, den man dir immer wieder aufzudrücken versucht, deine von uns so geachtete Eigenständigkeit bewahrt hast.

Gelebtes Leben schwingt in deiner Stimme mit, findet sich v. a. in deinen deutschen Texten. Unüberhörbar steht hier kein unfertiger, naiver Teenager auf der Musikbühne, der auf schnellen Ruhm und presseträchtige Skandale aus ist, wohl aber ein unverwechselbarer Typ, dessen Leib, Seele und Stimmbänder schon einige Kratzer abbekommen haben. Richtig so, denn ein Künstler, und das bist du in meinen Augen und Ohren, singt wesentlich überzeugender von großen Emotionen und innerer Zerrissenheit, als ein unreifer Knabe, der derartige Erfahrungen vielleicht aus Filmen und Comics kennt.  Dieser Thomas Godoj weiß, wovon er singt, so gibt er uns  interessante Beziehungsanalysen, realistisch scheinende Selbstreflexionen und gefühlvolle und eingängige Liebeslieder.

Thomas schöpft seine stimmlichen Möglichkeiten meist voll aus. Oft scheint die gewaltige Instrumentierung ihm zur Liebe in den Hintergrund zu treten, um diesem unverwechselbaren Sänger Freiräume zu schaffen, was durchaus ausbaubar ist.

Herzlichen Glückwunsch, Thomas! Danke für dieses Album, mein Album des Jahres (bisher!). Ich freue mich auf deine Liveauftritte im Kreise deiner Freunde, auf die du dich immer stützen kannst. Ich bin dabei!

Euer Springsteenfan

Diese CD Kritik wurde geschrieben von Springsteenfan

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4 Kommentare zu Meine Rezension zu PLAN A

Autor Kommentar

Autopilot

13.08. 02:39 Uhr

PLAN A! wird aufgehen

Selbstverständlich habe ich PLAN! schon unendlich viele Male gehört. Autopilot und Helden gesucht sind meine Favoriten. Das gesamte Album kann man durchweg anhören - nur freue ich mich auf ein Album von Thomas - auf dem nicht Thomas Godoj draufsteht sondern auch nur noch Thomas Godoj drin steckt. Seine mit Christian Bömkes verfassten Texte ( auch schon zu WINK Zeiten ) sind viel sozialkritischer und überzeugen mehr. Mehr davon. Jetzt läuft erstmal PLAN A! gutes Album aber nicht perfekt - Gott sei Dank - so dürfen wir von Thomas und seiner Band noch viel erwarten. Ich freue mich ihn wieder einmal LIVE zu erleben.

Linduella

21.07. 20:41 Uhr

YES! Du spricht mir aus der Seele! Ich höre Plan A täglich, jeder Song ist allein durch seine Stimme phantastisch! Es ist Tiefen- und Höhenrausch in abwechselnder Reihenfolge!

Visitor

21.07. 13:15 Uhr

veni, vidi, vici

wunderbare rezension: danke! endlich setzt sich mal jemand vernünftig mit plan a auseinander. ganz meine meinung: tg ist unverfällscht am besten; hall u. echo unnötig. Das Leben hat ihn geformt, seine facettenreiche Stimme gibt das 1:1 wieder. YEAH!

Gast

20.07. 18:47 Uhr

besser geht nicht

Lieber Springsteenfan besser koennte ich es nicht in Worte fassen, du hast es einfach auf den Punkt gebracht,und alles gesagt was es zu sagen gab ueber dieses Album und leidenschaftlichen Kuenstler Thomas Godoj den mann jedes gesungene Wort abkauft. Agath