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Queen veröffentlichen erstes Studioalbum mit Paul Rodgers

veröffentlicht 14.08.08 17:56 Uhr

Queen veröffentlichen erstes Studioalbum mit Paul Rodgers

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Zuerst fällt an The Cosmos Rocks , dem lang erwarteten neuen Album der Rock Legenden Queen + Paul Rodgers, sofort folgendes auf : „…“ produziert und aufgenommen von Brian May, Paul Rodgers und Roger Taylor” (was darauf hinweist, dass die drei alle Instrumente selbst eingespielt haben, wobei Paul und Brian sich am Bass abwechselten). Ganz offensichtlich wird Rodgers also nicht mal eben die Lücke am Mikro ausfüllen, wie einige vielleicht vermutet haben mögen als die drei zusammen ins Studio gingen.


Nein, hier handelt es sich um eine richtige Gruppen Unternehmung: May, Rodgers und Taylor als absolut demokratische Einheit, die sich sogar die Credits in alphabetischer Reihenfolge teilen. Das neue Album ist ganz dem legendären QUEEN Frontman Freddie Mercury gewidmet (es gibt ebenfalls eine Danksagung an John Deacon und Paul Kossoff!). Dies zeigt eindeutig, dass Freddies Freunde seine Präsenz immer noch sehr stark fühlen, und dies fast 13 Jahre nach dem letzten Studio-Album. Gleichzeitig fragt man sich, wie sich Rodgers, der in allen dreizehn Songs souverän die Kontrolle übernommen hat, dabei fühlt, seine Arbeit dem Mann zu widmen, dessen Fans immer noch die QUEEN-Ära vor Mercurys Tod huldigen.


Wenn man es sich jedoch genau überlegt, ist diese Widmung gar nicht so verwunderlich. Immerhin haben Brian May und Roger Taylor stets der geradezu übermächtigen Präsenz, die Mercury auf der Bühne darstellte, Tribut gezollt und die Wunder seiner außergewöhnlichen Kreativität im Studio immer gewürdigt. Vor allem aber geben sie offen zu, wie sehr sie „dear Fred“ heute noch vermissen.

Rodgers selbst kann sich sicher sein, dass er für Mercury eine der besten Rockstimmen seiner Zeit war; immerhin ist allgemein bekannt, dass Mercury jedes Mal vorbeischaute, wenn Rodgers mit seiner Band Free im Marquee oder einem anderen Londoner Club auftrat. Mercury selbst erklärte immer wieder, dass das Album Fire and Water von Free einen besonders starken Einfluss auf Queen hatte. Obendrein ist Rodgers inzwischen bei genügend ausverkauften und gefeierten Shows als Queen + Paul Rodgers aufgetreten, um zu wissen, dass ihn das Publikum schätzt und als Queen-Sänger akzeptiert. Wer das Konzert anlässlich Nelson Mandelas 90. Geburtstag vor einem Monat erlebt hat, konnte sich der Publikums-Begeisterung während dieses herausragenden Sets der Band nicht entziehen. Hören wir was die Band zu den Sessions sagt:
„Wir gingen ins Studio und spielten, jeden Tag, und ALLES MÖGLICHE passierte, die Chemie zwischen uns nahm ein Eigenleben an. Dabei herausgekommen ist gute, organische Musik.“

„Wir haben viel Mühe auf die Produktion verwandt, inklusive Gitarrenorchester und einiger unserer alten Markenzeichen, aber im Kern hört man uns drei spielen. Drei Musiker, die wirklich und wahrhaftig im Studio zusammen spielen - so etwas findet man heutzutage sehr selten. Aber genau das hört man auf dem neuen Album.“

„Sagt man überhaupt noch ‚Album'? Keine Ahnung. Aber dies ist wirklich, und davon sind wir überzeugt, ein Album im traditionellen Sinn des Begriffs - etwas, das man auflegen und sich an einem Stück anhören kann, das den Hörer auf eine Reise entführt ... die Themen und Stimmungen darauf sind großzügig angeordnet - und verlocken den Hörer den Tag für eine Stunde anzuhalten , sich hineinziehen zu lassen, und etwas Neues zu erleben.“

„Heutzutage, so scheint es uns, ist diese Art von Album ein bisschen aus der Mode gekommen - insgesamt tendieren CDs dazu, eine Sammlung von Songs zu sein, häufig von verschiedenen Teams produziert und in willkürlicher Reihenfolge zusammengestellt - ausgehend von dem Gedanken, dass die Hörer sich die Stücke auf ihren iPods sowieso neu zusammenstellen. Diese Option bleibt jedem natürlich immer noch! Aber unsere Lehrer waren die Beatles und Hendrix, Blues und Soul … damit kann sich jeder denken, welche Richtung wir eingeschlagen haben.“

The Cosmos Rocks wurde in Taylors The Priory-Studio zwischen November 2007 und August 2008 aufgenommen und gemischt; Joshua J Macrae, Justin Shirley-Smith und Kris Fredriksson zeichnen für Koproduktion und Tontechnik verantwortlich. The Cosmos Rocks ist das erste Album mit neu aufgenommenen Material von Queen + Paul Rodgers seit sie zum ersten Mal in 2005 gemeinsam auftraten, und das erste Queen Studio Album seit 1995.

Als erste Singleauskopplung ist „C-lebrity“ ab 5. September auf Maxi-CD, 7” sowie in digitalen Formaten erhältlich, einschließlich exklusiver Auftritte von Queen + Paul Rodgers mit Live-Versionen von „Show Must Go On“ und „Fire and Water“, die während der Q + PR-Japan-Tour im Jahr 2005 aufgezeichnet wurden.

Der Track – wie offenbar auch einige andere Titel auf The Cosmos Rocks – ist laut Roger Taylor ein ironischer Kommentar über die Zeiten, in denen wir leben: „‚C-lebrity' handelt im Grunde vom derzeit aktuellen Konzept von Berühmtheit - Erfolg und allem, was dazugehört. Es genügt, dass dein Gesicht im Fernsehen gezeigt wird - Talent spielt eigentlich keine Rolle mehr. ‚Celebrity' ist heute ein stark überstrapazierter und gleichzeitig abgewerteter Begriff. Ich denke, dieser Song beweist, dass wir den Queen-typischen Humor keineswegs verloren haben!“
Weitere Stücke auf The Cosmos Rocks sind „Cosmos Rockin'“, „Time To Shine“, „Still Burnin'“ (ein mission statement , was Künstler zu ihrer Kreativität treibt), „Small“, „Warboys“, „We Believe“, „Call Me“, „Voodoo“, „Some Things That Glitter“, „Through The Night“, „Say It's Not True“ (eine neue Version des Songs, den Queen Nelson Mandelas 46664 HIV Aids-Kampagne zur Verfügung stellten) und „Surf's Up, School's Out“.

Das Album wird in drei physischen Varianten veröffentlicht: Standard CD, limitierte Deluxe Edition mit der Bonus DVD „Queen + Paul Rodgers – Super Live In Japan“ (aufgezeichnet in der Saitama Super Arena in Tokyo am 27. Oktober 2005 – derzeit nur in Japan erhältlich) und Doppel-Vinyl. „The Cosmos Rocks“ wird ebenfalls in verschiedenen digitalen Editionen mit Bonus Tracks erscheinen.

Mit der Veröffentlichung von The Cosmos Rocks brechen Queen + Paul Rodgers auf eine 33 Shows umfassende Tour durch Europa und Nord-Eurasien auf, die am 15. und 16. September mit zwei Auftritten in der Olympia-Arena in Moskau beginnt und am 8. November in der Londoner Wembley Arena ihren Abschluss haben wird.

Die deutschen QUEEN + Paul Rodgers Tour-Dates 2008:
21. September – Berlin Velodrom
29. September – Zürich Hallenstadion
01. Oktober - München Olympiahalle
02. Oktober - Mannheim SAP Arena
04.Oktober - Hannover TUI Arena
05. Oktober - Hamburg Color Line Arena
01. November – Wien Stadthalle

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1 Kommentare zu Queen veröffentlichen erstes Studioalbum mit Paul Rodgers

Autor Kommentar

AV

11.09. 10:57 Uhr

We keep the cosmos rockin#

Über 17 Jahre (Innuendo mit Freddie Mercury) ist es nun her, dass unter dem Label "Queen" etwas wirklich komplett Neues erscheint. Die 1995 posthum veröffentlichte LP "Made In Heaven" war zu über 50% ein Neuaufbereitung altbekannter Songs. In den Jahren hat sich viel verändert. Die Restband ging eigentlich davon aus, dass mit Freddie auch Queen gestorben waren. Aber irgendwie wurde daraus nichts. So feiert zum Beispiel das Queen-Musical "We Will Rock You" welteit unerwartete Triumphe. 2004 dann der Neuanfang mit Paul Rodgers (Free, Bad Company) als Sänger. Alles andere als eine Freddie-Kopie. Eine sehr weise Entscheidung, da niemand Mercury wirlich ersetzen kann. Die Tour 2005/2006 war mit vielen Zusatzkonzerten wegen ausverkaufter Hallen und Stadien weltweit ein einziger Siegeszug. Die einzige und richtige Konsequenz: Ein neues Studioalbum muss her. Nun ist "The Cosmos Rocks" auf dem Markt. 14 Songs, knapp 60 Minuten Speilzeit; alle Songs von Rodgers/May/Taylor produziert und ohne Gastmusiker eingespielt. Einzige Ausnahme: einige Backing Vocals von Taylor Hawkins (Foo Fighters) bei "Say It's Not True". Die Songs im Einzelnen: Cosmos Rockin' (4:10) One Vision-lastigesIntro, danach ein Rock N Roll-Eintopf. Zutaten: Ganz viel 60er Jahre und ZZ Top, ein wenig Aerosmith und eine Prise Rock It (Prime Jive). Eingägiger Song ohne viele Ecken und Kanten, absolut tanzbar. Time To Shine (4:23) Paule goes Orient. Brian und Roger bleiben in England. Dieser Ethno-/Rock-Mix sorgt für einen ungewöhnlichen, völlig eigenständigen Song mit hypnotischem Refrain. Facettenreiche Produktion mit Killer-Gitarrensolo. Mike Batt hat in den 70ern so was ähnliches schon mal gemacht. Vergleiche mit Mustapha sind naheliegend aber blöd. Großes Hitpotential! Still Burnin' (4:04) Das Versprechen der Band, noch nicht zum alten Eisen zu gehören, eindrucksvoll mit stampfender Hookline dokumentiert. Soll wohl so eine Art We Will Rock You (ab 2:40 auch hörbar) für Erwachsene sein. Small (4:39) An Bob Dylan erinnerndes Akkustik-Intro. Die Ballade steigert sich im Laufe des Songs zu einer Hymne, geprägt durch den großartigen Chorgesang im Refrain und langem Brian-Solo. Früher hätte man die Feuerzeuge, aber es wird ja immer weniger geraucht. Komplexe Arrangements machen aus einer banalen Ballade einen großartigen Song. Warboys (3:18) Ernstes Thema, ernster Song, der sich erst nach mehrmaligem Zuhören erschließt. Roger mit einem kurzen an Fun In Space-Zeiten erinnernden Schlagzeug-Solo. Starker Tobak. We Believe (6:04) Längstes Lied auf TCR. Am Anfang sehr defensiv angelegte Akkustik-Ballade, die sich im Laufe des Songs zu einem unglaublichen emotionalen Manifest für das Gute im Menschen entwickelt. Erinnert mich entfernt an die Bobast-Balladen von Bands wie Kansas und Styx in der 70er Jahren. Queen gelingt mit diesem Song nur mit Gesang, Gitarre und Rhythmus-Instrumenten eine Mini-Oper. Call Me (2:59) Singalong-Track, der zu Beginn an die frühen Rock N Roll-Zeiten (noch 50er Jahre) erinnert und dann aber mehr und die Beatles zu Zeiten von St. Pepper huldigt. Dass es dann doch ein Queen-Song ist, erkennt man daran, dass Brian endlich mal wieder ein Gitarrenorchester, ein wenig wie bei Good Company) simuliert. Dennoch kein Highlight. Voodoo (4:27) Weitestgehen wohl live im Studio eingespielter Hendrix-Blues. Insbesondere seit Ende der 80er Jahre hat sich Brian immer wieder an solchen Songs, die es aber meistens nur bis zur Single-B-Seite geschafft haben, versucht. Welcome Back, Star Fleet! Some Things That Glitter (4:03) Power-Ballade. Erinnerte mich spontan an die getragenen Fragmente von Ziggy Stardust (David Bowie) und an Bad Company-Balladen der 80er. Queen-technisch ein wenig an Spread Your Wings erinnernd. Eingängige Reminiszens an die Anfänge der Glamrock-Zeit mit intensiver Brian-Gitarre und sehr präsentem Chor. C-lebrity (3:38) Erste Single-Auskopplung, sehr erdig und geradeaus. Zunächst mal ein Hinweis darauf, dass der kommerzielle Erfolg erstmal zweitrangig ist. Da gäbe es massenweise Songs auf dem Album, die kommerzieller sind. Dennoch nach mehrmaligem Hören mit echten Ohrwurmqualitäten. Ein Song über den Laufsteg-Exhibitionismus in Zeiten von Big Brother und American Idol. Through The Night (4:54) Brians Gitarrenintro bei dieser Ballade könnte auch 30 Jahre alt sein. Die Meldodie klingt erst irgendwie an Catch The Wind (Donovan) und erinnert im Refrain an die progressiver Zeiten von Genesis Anfang der 70er Jahre und an Marillion von heute. Bärenstark! Say It's Not True (3:59) Bereits Ende 2007 in England als Single veröffentlicht, ist diese Ballade, die auch schon in anderer Version von der 2005-Tour bekannt ist, der einzige Song auf TCR, bei dem auch Roger (Strophe 1) und Brian (Strophe 2) Lead-Vocals übernehmen. Surf's Up...School's Out (5:38) Der mit Abstand schrägste Song auf TCR. Athmosphärisches Now I‘m Here-Intro mit Piano-Sequenzen. Dann ein Urschrei und ein heftiger Rocker vielen ungewöhnlichen Einfällen einschließlich Tempo- und Rhythmuswechseln beginnt. Um in diesen Song hineinzufinden, benötigt es ein paar Anstrengungen. Nix für Pur-Fans. Soll heißen: Sehr anspruchsvoll! Small Reprise (2:05) Ruhiger Ausklang von TCR, bei dem die Melodie von We Believe nochmals aufgegriffen und variiert wird. Fazit: Klasse Album dreier großer Musiker. Nicht mehr mit den Queen der 70er und 80er Jahre zu vergleichen (na ja, vielleicht ein wenig), aber das ist auch gut so.



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