Du bist hier: Poplexikon - Bands - Y - Young Jeezy - Biographie

Young Jeezy Biographie

Young Jeezy

Young-jeezy_medium
Ganz egal, um welche Art von Ware es sich handelt – ein Straßendealer ist immer nur so gut, wie seine Worte es sind. Young Jeezy ist ein solcher Straßendealer, und was er verkauft nennt sich schlichtweg „Cool“. Die „Ware“, die der aus Atlanta Stammende anzubieten weiß, ist seit langer Zeit das heißeste Produkt, das aus der Südstaaten-Rap-Hauptstadt kommt. Dank der Untergrund-Erfolge mit Songs wie „Air Forces“ und „Chuuch“ wurde Jeezys authentischer Style schon bald von den ganz großen Namen im Bizness entdeckt – ob es nun Fabolous war, oder P.Diddy. So hat Jeezy im Handumdrehen den Süden auf den Kopf gestellt und eine ganze Bewegung ausgelöst. Nun ist es an der Zeit, auch den Rest der Welt in dieses Geheimnis einzuweihen: sein Def-Jam-Debüt Let’s Get It: Thug Motivation 101 wird dieser Tage erscheinen.

Wie bei so vielen Dealern am Mikrofon, sahen Jeezys Pläne eigentlich ganz anders aus. Rappen war gar nicht geplant. Als CEO von Corporate Thug Entertainment fühlte sich Jeezy eigentlich ganz wohl...

„Bevor die ganze Musik-Geschichte losging, habe ich einfach nur versucht, irgendwie über die Runden zu kommen. Ich hatte Künstler unter Vertrag, ein paar Jungs von der Straße, aber das funktionierte alles nicht so recht“, erzählt der 25Jährige aus dem Staat Georgia. „Also entschloss ich mich irgendwann, das Mic selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich wird niemand mehr Energie reinstecken als man selbst. Dazu kommt, dass ich mit Worten umgehen kann und weiß, wie man etwas an den Mann bringt.“

Nach vielen Verlusten – Jeezy hat Teile seiner Familie, Freunde und jede Menge Zeit verloren (im Gefängnis, worüber er aber nichts Genaueres berichten möchte) – war er aufgeladen, quoll förmlich über vor lauter Geschichten, die ihm geschehen waren. Also begann er mit Mixtapes, nahm exklusive Tracks mit seinem alten Kollegen (und Langzeit-Kollaborateur) Shawty Red auf. Nach über 100 000 verkauften Mixtapes und über 200 000 Trap Or Die DVDs, die er ebenfalls gemacht hatte, entschloss sich Def Jam, den Youngster unter Vertrag zu nehmen.

„Ich bin ein Typ von der Straße, darum kann ich auch ganz gut mit vielen Leuten“, erzählt Jeezy. „Meine Musik ist nicht nur für die Clubs, sie ist vielmehr für die Leute, die kämpfen. Ich mache meine Musik für Leute, die jeden Tag zu kämpfen haben, für ganz normale Leute und für Kids, denen es an Orientierung fehlt. Ich versuche also, alte Werte und Moral zurückzubringen – ich will, dass die Kids auf der Straße etwas davon mitbekommen.“

Was Young Jeezys Sound letztlich zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lässt, ist die Tatsache, dass er es schafft, altbekannte Ghetto-Geschichten auf absolut realistische Weise zu erzählen. Er ist ein Künstler in Zeiten digitaler Kunst, der nicht einmal 16 Zeilen braucht, um ein farbenfrohes Bild in deinem Kopf zu hinterlassen. Seine Bilder sind tief und doch so simpel – man kann ihnen gar nicht entkommen.

So rappt er in seinem Hit „Air Forces“ folgende Zeile: „In one night ten bitches, eight bottles of Cris/forty grand just to make you stare at my wrist”. Sein unvergleichlicher Style hat inzwischen dazu geführt, dass Leute wie UGKs Bun B oder auch Sean „P.Diddy“ Combs aufgestanden sind und ihn zur Kenntnis genommen haben. Und doch sind es die ganz „normalen Leute“, die sich am besten mit Jeezys Straßen-Storys identifizieren können werden.

„Ich bin einfach nur ehrlich zu mir selbst. Ich glaube an das, was ich mache. Ein Ziel hilft manchmal ungemein“, sagt er. „Ich stand früher genauso da, wie die Leute auf der Straße. Ich hatte dieselben Gedanken. Nun ist es meine Aufgabe, sie zu motivieren. Sie wissen zu lassen, wo ich herkomme, was ich gesehen habe – damit sie etwas davon mitnehmen, es in sich aufnehmen.“

Die Menschen auf den Straßen antworteten auf sein Angebot mit dem Aufkaufen von haufenweise Mixtapes. Jetzt wo er schon massig Fans auf seiner Seite hat, ist die Zeit reif für ein richtiges Album.

„Ich habe die Mixtape-Nummer eine ganze Weile gemacht, aber man kann den Leuten darauf nicht so viel mitteilen. Darum glaube ich, dass sich die Leute mit dem Album wirklich verbunden fühlen werden. Ich bin schließlich nicht hier, um eine neue Uhr zu bekommen oder ein dickes Auto. Das ist mir egal. Ich bin hier, um meine Geschichte zu erzählen. Um die Realität zu beschreiben. Ich werde niemals das erzählen, was alle hören wollen – bei mir bekommen die Leute die raue Wahrheit serviert.“

Auf Songs wie „Let Me Talk To `Em“ entschuldigt sich Jeezy für all die Fehler, die er in seinem Leben gemacht hat; gleichzeitig will er die kommenden Generationen vor den Schattenseiten und Fallen des Lebens warnen. „Viele der Typen, zu denen ich aufgeschaut habe, habe ich letztlich verloren. Sie sind daran kaputt gegangen. Darum bin ich jetzt hier.“

Für die Produktionen, über denen Jeezy seine Beobachtungen präsentiert, waren u.a. Mannie Fresh (dessen „Boom Boom Clap“ auch auf der ersten Single von Let’s Get It, dem Track „And Then What“, zu hören ist), Jazze Pha und Shawty Red verantwortlich. Als Vokalgäste sind massig Südstaaten-MCs vertreten, deren Liste sich wie ein „Who’s Who“ liest. Und doch ist es Young Jeezy, der alles zusammenhält.

„Mir geht es – wie bereits gesagt – einzig und allein darum, ein wenig Moral auf die Straße zurückzubringen. Ich will, dass Schwarze anderen Schwarzen zuhören. Ich will die Straßen mit meinen Geschichten füttern.“
Diese Seite speichern bei:   Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  

Mehr Informationen zu Young Jeezy



0 Kommentare zu Young Jeezy Biographie

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. :(