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Yann Tiersen Biographie

Yann Tiersen

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Gestreifter Pulli, Ohrring, vom Wind zerzaustes Haar: Yann Tiersens Silhouette hat was von Corto Maltese, und wenn auch beide die Abenteuerlust teilen, so hat doch der in Brest gebürtige Pariser, die Musik zu seinem Lebensinhalt gemacht. Von einer Musikschule zur anderen (Rennes, Nantes, Boulogne) erlernt er verschiedene Instrumente, das Dirigieren und erlangt seine Virtuosität. Die Elemente seiner Ausbildung, die er inmitten von Rockgruppen vervollständigt, wo er mit der Elektronik und dem Format der Popmusik flirtet, finden sich in seinen Theaterillustrierungen und seinen ersten Kurzfilmvertonungen wieder.

Ein erstes Album „La Valse des Monstres“ (1995) vermittelt bereits ein Bild von Tiersens Stil – teils romantisch und von unbeschwerter Heiterkeit, vom Klavier zur Geige, von der Geige zum Akkordeon, vom Akkordeon zur Mélodica....und dabei jedes Stück mit der Genauigkeit eines Juweliers beendend. Die Kritik spricht von Nino Rote, von Erik Satie oder vom Penguin Café Orchestra.

Eine zweite Platte „ Rue des Cascades“ (1996) öffnet die Fenster seines lyrischen Universums weiter: der Zuhörer wird gefangen genommen vom Charme der kristallklaren Stimme Claire Pichets. „Le Phare“ (1998), zurückgezogen in der Bretagne komponiert, bringt Yann Tiersen endlich den langverdienten Lorbeerkranz.

Erick Zonca verfällt seinem Charme und macht ihm den Vorschlag den Soundtrack seines Films „La Vie Rêvée des anges“ zu komponieren: eine Anerkennung, weiß man doch, dass seine Stimmungen mehrmals als „cinematographisch“ bezeichnet worden sind. Andre Techiné wird sein Talent in „Alice et Martin“ nutzen, Christine Carriere für „Qui Plume la Lune?“

Die Tatsache, dass er ohne Pause unterwegs ist, hat keinesfalls die Kreativität des Musikers erschüttert: kaum ein Jahr nach Veröffentlichung von „Le Phare“ erscheint „Tout est calme“ (1999), ein Minialbum aufgenommen zusammen mit den Musikern der Gruppe The Married Monk.

In künstlerischer Eigenlogik nimmt er sich für die Arbeit an seinem fünften Album „L´Absente“ viel Zeit um es nachher in knapp einem Monat aufzunehmen. Die Liste der aktivierten Musiker ist beeindruckend: die 43 Musiker des Wiener Sinfonieorchesters, Lisa Germano, Neil Hannon (The Divine Comedy), Dominique A., Les Têtes Raides, Sacha Toorop (Zop Hopop), die Komödiantin Natacha Regnier, Christian Quermalet (The Married Monk), Marc Sens (Mitarbeiter von Serge Tessot-Gay), Christine Ott...

Es folgt sein bisher größter Erfolg: „Die Fabelhafte Welt der Amlie“ Der weltweiter Erfolg des Films, ist nicht zuletzt auch sein Verdienst. Selten in der Filmgeschichte waren Musik und Film in ihrem Zusammenspiel ein so genial Einheit. Mit Preisen und Goldenen Schallplatten überhäuft, wollte Yann Tiersen, schüchtern und bescheiden wie er ist, erst mal keine weiteren Soundtracks schreiben. Aber es kam anders...

Das folgende Doppel-Live-Album „C’était Ici“ wurde live aufgenommen am 14., 15. und 16. Februar 2002 in der Cité de la Musique in Paris.. Tiersen, inzwischen berühmt für seine glänzenden Live-Performances und seiner musikalischen Fähigkeit, Klassik mit Indie-Pop-Elementen zu kreuzen, gibt unter Live-Bedingungen einen Einblick in sein gesamtes musikalisches Schaffen in einer neuen und eigenen Interpretation. Es gelang ihm, seinen enormen Studiosound mit der Spontaneität, der ungeheuren Energie und den bebenden Emotionen eines Liveauftritts zu veredeln.

Eigentlich war nun eine längere Schaffenspause geplant.
Daraus wurde aber nichts: Der deutsche Regisseur Wolfgang Becker(u.a. „Das Leben ist eine Baustelle“) machte es sich zum Ziel, unbedingt Yann Tiersen für seinen neuen Film „Good Bye Lenin“ (Filmstart: 13.02.2003, produziert von X-Filme) zu gewinnen. Es gäbe keinen anderen der so feinfühlig den Film musikalisch untermalen könnte.... Mit großer Überzeugungskraft , Hartnäckigkeit und – ganz wichtig - einem wunderschönen Film als Grund, war Yann sehr schnell begeistert. In dieser Euphorie komponierte er vier Wochen im Dezember 2002 die komplette Soundtrackmusik. Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde in Paris aufgenommen, gemischt und gemastert.
Das Ergebnis ist ein weiteres Beispiel für die Einzigartigkeit von Yann Tiersen und seiner Musik.
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