U2 Biographie
U2
Will man die Karriere von U2 in drei Abschnitte gliedern (1980-1984, 1985-1989, 1990-1997), so dürften nur die wenigsten Fans flammende Anhänger aller Bandphasen sein. Zu unterschiedlich die zehn Studioalben (inkl. Rattle & Hum) der Band.
Doch bevor Phase 1 eintreten konnte, wollte ein Dubliner Teenie namens Larry Mullen, Jr. 1976 eine Rockband gründen. Seine Anzeige am schwarzen High School-Brett fällt einigen ins Auge, namentlich David "The Edge" Evans (g), Adam Clayton (b) und Paul "Bono Vox" Hewson (logisch). Zweiter Gitarrist war damals übrigens noch Dick Evans, der Bruder von The Edge.
Phase 1: 1980-1984
"Boy" erscheint 1980 und interessiert außer in Irland niemanden. Besonders gleichgültig geben sich die angelsächsischen Nachbarn: den U2-Auftritt im Londoner Hope & Anchor Pub wollen ganze neun Leute sehen. Dank unablässiger Ochsentouren bis 1983 durch sämtliche Erdteile beginnt sich schließlich ein Fanstamm zu bilden, der die nach Frieden und Gerechtigkeit schreienden Alben "October" und "War" in die Hitparaden kauft.
"Sunday Bloody Sunday", Pro-Peace-Song für Nordirland, beschert U2 einen ersten Hit und verpasst den Iren endgültig den Ruf als rebellische Kreuzritter für Anstand und Moral. Einen Styling-Preis konnten die Jungs mit ihren Frisur-Adaptionen von Zweitliga-Kickern zu der Zeit nicht gewinnen.
Daran ändert auch Ambient-Vater Brian Eno nichts (wahrscheinlich damals schon barhäuptig), aber er führt sie als Producer von "The Unforgettable Fire" weg vom Hau-Ruck-Rock hin zu mehr Atmosphäre. Immerhin.
Phase 2: 1985-1989
U2 wollen die erkämpfte Pole Position der Wohlfahrtsrocker unter keinen Umständen an ernste Rivalen wie die Simple Minds abtreten und bemühen sich, überall dabei zu sein, wo's ums Spenden geht: Band Aid, Live Aid, Artists Against Apartheid, ... Man schreckt auch nicht davor zurück, im Kreise von PR-süchtigen Pop- und Rockkollegen die zweifelhafte Charity-Nummer "Do They Know It's Christmas?" zu vertonen.
1987 zünden U2 die Bombe, sie heißt "The Joshua Tree". Erfolgsmeldungen wie zu Pilzkopf-Zeiten: Platin in 48 Stunden, 12 Millionen verkaufte Einheiten in 6 Monaten! Stadion-Rock mit Zeigefinger. Anführer Bono neuerdings mit Drogendealer-Matte im Pferdeschwanz. The Edge mit Cowboyhut. Authentisch bis zum Umfallen. Außerdem schnuppern die weißen Iren in Amerika an schwarzen Blues- und Gospelspuren. Bono soll zu einem Zeitpunkt gar nur noch Roy Orbison gehört haben und bei einer von der Band initiierten Gegenüberstellung geweint haben. Unglaubliche Szenen.
"Rattle & Hum" ist das Ergebnis hartnäckiger Legendenverehrung von Elvis bis B.B. King. Da letzterer noch lebte, kommt es zu einer Zusammenarbeit bei "When Love Comes To Town". Außerdem auf der Playlist: "Helter Skelter" und "All Along The Watchtower".
Phase 3: 1990-1997
Pferdeschwanz ab, Sonnenbrille auf: Bono ist The Fly. "Achtung Baby!", ein Meisterwerk in Komposition und Produktion. U2 sind so nah am Zeitgeist wie nie. Das Kreuzritter-Gehabe weicht unverhohlener Selbstironie, die Zoo-TV Tour gerät mit riesigen Monitor-Screens und Live-Zapping zum Multimediaspektakel. Die Band nimmt während der Tour neue Songs auf, die ohne großen Schnickschnack aufs Album "Zooropa" kommen.
"Pop" sollte die intelligente Verquickung von Rock und Techno werden. Dabei wurde glatt übersehen, dass, nur weil U2 zu der Zeit gerne Prodigy und Massive Attack hörten, die Welt wenig erpicht auf eine U2-Kopie jener Bands ist.
Mit Zahnstochern und Zitronen in Airbus-Größe rollt "Popmart" über den Erdball, um zu retten, was zu retten ist. Augenzeugen der Zooropa-Tour winken aber größtenteils ab und verweisen lächelnd auf das Kaufvideo "Live In Sydney 1993". Dennoch spielt die Band in über 70 Ländern vor insgesamt 3,9 Millionen Menschen.
Phase 4: (Achtung Zukunft!)
Mit etwas Abstand zum letzten Werk versichern die Iren, dass der nächste Longplayer wieder "more Rock'n Roll" werde. Ewig wird daran herum gewerkelt, stolz präsentiert man zur Überbrückung die neue U2.com-Homepage und als "All That You Can't Leave Behind" schließlich in den Regalen steht, staunt die Welt nicht schlecht: Ein Salto rückwärts zu ihren kompositionellen Stärken alter "Joshua Tree"-Tage hat ihnen in dieser Stärke wohl niemand zugetraut. Die Scheibe katapultiert die Iren wieder ins internationale Rampenlicht.
Der im Frühjahr 2001 anrollende Kartenvorverkauf für die bevorstehende "Elevation"-Tour beweist: U2 werden wieder Rekorde brechen. Die deutschen Konzerte waren mehr oder weniger in einer Stunde ausverkauft. In London wird die Band im August 2001 viermal hintereinander den Earl's Court ausverkaufen und das Finale steigt logischerweise im Dubliner Slane Castle vor 80.000 Menschen, einem Ort an dem U2 vor zwanzig Jahren als Vorband von Thin Lizzy auftraten. Mit dabei sind u.a. JJ72 und die Red Hot Chili Peppers.
2000 All That You Can't Leave Behind
1998 Best Of U2 1980-1990
1997 Pop
1993 Zooropa
1991 Achtung Baby!
1988 Rattle & Hum
1987 The Joshua Tree
1985 Wide Awake In America
1984 The Unforgettable Fire
1983 Under A Blood Red Sky
Doch bevor Phase 1 eintreten konnte, wollte ein Dubliner Teenie namens Larry Mullen, Jr. 1976 eine Rockband gründen. Seine Anzeige am schwarzen High School-Brett fällt einigen ins Auge, namentlich David "The Edge" Evans (g), Adam Clayton (b) und Paul "Bono Vox" Hewson (logisch). Zweiter Gitarrist war damals übrigens noch Dick Evans, der Bruder von The Edge.
Phase 1: 1980-1984
"Boy" erscheint 1980 und interessiert außer in Irland niemanden. Besonders gleichgültig geben sich die angelsächsischen Nachbarn: den U2-Auftritt im Londoner Hope & Anchor Pub wollen ganze neun Leute sehen. Dank unablässiger Ochsentouren bis 1983 durch sämtliche Erdteile beginnt sich schließlich ein Fanstamm zu bilden, der die nach Frieden und Gerechtigkeit schreienden Alben "October" und "War" in die Hitparaden kauft.
"Sunday Bloody Sunday", Pro-Peace-Song für Nordirland, beschert U2 einen ersten Hit und verpasst den Iren endgültig den Ruf als rebellische Kreuzritter für Anstand und Moral. Einen Styling-Preis konnten die Jungs mit ihren Frisur-Adaptionen von Zweitliga-Kickern zu der Zeit nicht gewinnen.
Daran ändert auch Ambient-Vater Brian Eno nichts (wahrscheinlich damals schon barhäuptig), aber er führt sie als Producer von "The Unforgettable Fire" weg vom Hau-Ruck-Rock hin zu mehr Atmosphäre. Immerhin.
Phase 2: 1985-1989
U2 wollen die erkämpfte Pole Position der Wohlfahrtsrocker unter keinen Umständen an ernste Rivalen wie die Simple Minds abtreten und bemühen sich, überall dabei zu sein, wo's ums Spenden geht: Band Aid, Live Aid, Artists Against Apartheid, ... Man schreckt auch nicht davor zurück, im Kreise von PR-süchtigen Pop- und Rockkollegen die zweifelhafte Charity-Nummer "Do They Know It's Christmas?" zu vertonen.
1987 zünden U2 die Bombe, sie heißt "The Joshua Tree". Erfolgsmeldungen wie zu Pilzkopf-Zeiten: Platin in 48 Stunden, 12 Millionen verkaufte Einheiten in 6 Monaten! Stadion-Rock mit Zeigefinger. Anführer Bono neuerdings mit Drogendealer-Matte im Pferdeschwanz. The Edge mit Cowboyhut. Authentisch bis zum Umfallen. Außerdem schnuppern die weißen Iren in Amerika an schwarzen Blues- und Gospelspuren. Bono soll zu einem Zeitpunkt gar nur noch Roy Orbison gehört haben und bei einer von der Band initiierten Gegenüberstellung geweint haben. Unglaubliche Szenen.
"Rattle & Hum" ist das Ergebnis hartnäckiger Legendenverehrung von Elvis bis B.B. King. Da letzterer noch lebte, kommt es zu einer Zusammenarbeit bei "When Love Comes To Town". Außerdem auf der Playlist: "Helter Skelter" und "All Along The Watchtower".
Phase 3: 1990-1997
Pferdeschwanz ab, Sonnenbrille auf: Bono ist The Fly. "Achtung Baby!", ein Meisterwerk in Komposition und Produktion. U2 sind so nah am Zeitgeist wie nie. Das Kreuzritter-Gehabe weicht unverhohlener Selbstironie, die Zoo-TV Tour gerät mit riesigen Monitor-Screens und Live-Zapping zum Multimediaspektakel. Die Band nimmt während der Tour neue Songs auf, die ohne großen Schnickschnack aufs Album "Zooropa" kommen.
"Pop" sollte die intelligente Verquickung von Rock und Techno werden. Dabei wurde glatt übersehen, dass, nur weil U2 zu der Zeit gerne Prodigy und Massive Attack hörten, die Welt wenig erpicht auf eine U2-Kopie jener Bands ist.
Mit Zahnstochern und Zitronen in Airbus-Größe rollt "Popmart" über den Erdball, um zu retten, was zu retten ist. Augenzeugen der Zooropa-Tour winken aber größtenteils ab und verweisen lächelnd auf das Kaufvideo "Live In Sydney 1993". Dennoch spielt die Band in über 70 Ländern vor insgesamt 3,9 Millionen Menschen.
Phase 4: (Achtung Zukunft!)
Mit etwas Abstand zum letzten Werk versichern die Iren, dass der nächste Longplayer wieder "more Rock'n Roll" werde. Ewig wird daran herum gewerkelt, stolz präsentiert man zur Überbrückung die neue U2.com-Homepage und als "All That You Can't Leave Behind" schließlich in den Regalen steht, staunt die Welt nicht schlecht: Ein Salto rückwärts zu ihren kompositionellen Stärken alter "Joshua Tree"-Tage hat ihnen in dieser Stärke wohl niemand zugetraut. Die Scheibe katapultiert die Iren wieder ins internationale Rampenlicht.
Der im Frühjahr 2001 anrollende Kartenvorverkauf für die bevorstehende "Elevation"-Tour beweist: U2 werden wieder Rekorde brechen. Die deutschen Konzerte waren mehr oder weniger in einer Stunde ausverkauft. In London wird die Band im August 2001 viermal hintereinander den Earl's Court ausverkaufen und das Finale steigt logischerweise im Dubliner Slane Castle vor 80.000 Menschen, einem Ort an dem U2 vor zwanzig Jahren als Vorband von Thin Lizzy auftraten. Mit dabei sind u.a. JJ72 und die Red Hot Chili Peppers.
2000 All That You Can't Leave Behind
1998 Best Of U2 1980-1990
1997 Pop
1993 Zooropa
1991 Achtung Baby!
1988 Rattle & Hum
1987 The Joshua Tree
1985 Wide Awake In America
1984 The Unforgettable Fire
1983 Under A Blood Red Sky




