Texas Portrait
Musikalisch liegt Texas nicht in den USA, sondern im schottischen Glasgow. Zumindest wurde die britische Band dort im Jahre 1986 von John McElhone gegründet, scheinbar ein bekennender Fan von Wim Wenders Film „Paris, Texas“, dessen Filmtitel McElhone zum Namen der Band inspirierte. Dort ist er für den Bass zuständig und steht neben seinen vier Musikerkollegen mehr im Hintergrund, während die 1967 geborene Leadsängerin und Gitarristin Sharleen Spiteri eindeutig den Ton angibt und mit ihrem lasziven Gesang und sicherlich auch ihrer Optik der Pop-Rock-Musik mit leichtem Folkeinschlag den Stempel aufdrückt.
Die Musik kommt bei der Hörerschaft an. Schon mit ihrem Debütalbum „Southside“ erstürmen sie 1989 auf Anhieb die Albumcharts. Vor allem die Singleauskopplung „I Don’t Want A Lover“ avanciert zum Ohrwurm und belegt Platz drei in den stets heißumkämpften englischen Charts. Das Prinzip der Musik von Texas ist recht simpel gestrickt. Seichte, eingängige Rockmusik mit einfachen Texten, gesungen von einer schönen Frauenstimme mit Wiedererkennungswert. So verwundert es kaum, dass die Platten von Texas stets auf der Beobachtungsliste vieler Musikfans steht, auch wenn der große Erfolg sich erst Ende der 90er Jahre einstellt und so gut wie jedes herausgebrachte Album von da an eine Top-Position in den britischen Albumcharts belegt. Insbesondere das 1999 veröffentlichte Album „The Hush“ wird zum Verkaufsschlager. Sicherlich profitiert Texas auch von der Attraktivität ihrer Sängerin, von der sich jeder Musikfan in dem Video zu „Summer Sun“ überzeugen kann. Die Methode „Sex Sells“ war schon immer verkaufsfördernd, in Kombination mit guter Musik natürlich noch mehr.
In der Zeit steht Texas auf den Höhepunkt ihrer Karriere, ein Hit jagt den anderen. Folgerichtig wurde die Welle des Erfolgs ausgenutzt und ein „Greatest Hits“-Album produziert. Scheinbar ein böses Omen. Texas bleibt zwar weiterhin kreativ, der ganz große Erfolg aber aus. Häufig beschränken sich die Erfolge nur auf ihre Heimat, während sie im restlichen Europa etwas in Vergessenheit gerieten, obwohl die Band ihrem Stil treu geblieben ist. Vielleicht ist die Musik etwas geradliniger und rockiger geworden, reifer, aber niemals langweilig klingend. In jedem Fall bereichert Texas die musikalische „Landkarte“ wohltuend, nicht nur mit ihren frühen Hits.
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