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Talking Heads Portrait

Talking Heads

Mit der Single „Road to Nowhere“ stürmen die Talking Heads Mitte der 80er die Charts. Auch der Konzertfilm „Stop Making Sense“ (1984) unter der Regie von Jonathan Demme trägt zur ungeheuren Popularität der New Wave Band bei. Aber die Talking Heads sind weit davon entfernt, eine kommerzielle Band zu sein. Der Erfolgt war nicht programmiert und führt auch nur allzu schnell zur Bandauflösung.

Begonnen hatte alles 1975 auf Rhode Island, wo sich die Kunststudenten David Byrne , Chris Frantz und Tina Weymouth zu einer Band namens Talking Heads, also sprechende Köpfe, zusammenfanden. Bei ihren Auftritten kümmerten sie sich weder um die Modediktate des New Wave noch um musikalische Vorbilder. David Byrnes enervierende Stimme, die schlichte und gleichzeitig verstörende Musik, machte die Talking Heands zum Insider Tipp.
Die Instrumentierung ist bis 1978 rudimentär. Schlagzeug, Bass, Gitarre und gelegentliche Keyboardpassagen schaffen ein zunächst einfaches Rhythmus- und Melodiekonzept, um dieses durch gezielte Abweichungen zu stören.
Dazu kamen distanzierte Texte über Gebäude, Essen und – als verstörendes Element – Serienkiller. Musik und Text stützten einander, und durch die gleichzeitig hysterische wie distanzierte Vortragsweise von David Byrne wurden die Songs der Talking Head zum Soundtrack einer Jugend, die sich wieder politische engagierte aber keine naiven Träume mehr hegte.

Mit den Eintritt von Brian Eno als Produzent 1978 änderte sich das musikalische Konzept grundlegend. Eno schuf eine Wall of Sound, die den rhythmischen Irritationen früherer Platten kaum Raum ließ. Die Texte Byrnes trafen den Nerv der Zeit. Durch scheinbar zusammenhangslose Satzfragemente, durch Kollagen und Lautmalerei drückte er die Weltsicht einer gebildeten und hoffnungslosen Generation aus. Neben Lou Reed und Nick Cave gilt David Byrne deshalb als einer wichtigsten Pop-Lyriker der 80er Jahre.

Das Album „Remain in Light“ setzte musikalische Trends, indem es New Wave mit Weltmusik verband. Es ist ein Aufblitzen postmoderner Intellektualität in der Popmusik und in seiner Wirkung als Wegbereiter des Crossovers kaum zu überschätzen.

Kommerzieller Höhepunkt und kreativer Niedergang der Band fallen zusammen. Als Brian Eno 1982 die Band verließ, begann die Annäherung an den Mainstream. David Byrne weigerte sich bald, Konzerte zu geben und erklärte die Band im Dezember 1991 für aufgelöst.


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VÖ: 1988


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