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Roger Cicero Biographie

Roger Cicero

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Er ist ein Dichter, ein Denker, ein Richter, ein Henker, ein Sänger; ein Lover, der Typ auf dem Cover. Ist ein Stürmer, ein Spieler, das Vorbild so vieler; ein Meister, ein Sieger, die oberste Liga... und er ist Roger Cicero, ein ungemein sympathischer Mann, der die Lässigkeit irgendwie gepachtet hat. Sein Album Männersachen bringt auf den Punkt, was den Mann als Wesen ausmacht, und man kann sicher sein, dass das besonders die Damen interessieren wird. Auf jeden Fall aber präsentiert Roger Cicero etwas, was man bisher noch nicht gehört hat: Umwerfend eleganten Swing mit deutschen Texten im kräftigen Big-Band-Sound.

Trotz Michael Bublé und Robbie Williams: So einen wie Roger Cicero gab es bisher noch nicht. Es ist sein einzigartiges Gefühl für Melodie und Rhythmus, die brillant-verspielten Texte und die unerhörte Lockerheit, mit der Roger Cicero (sprich: Rogé) dem elfköpfigen Orchester voransteht, das jedes seiner Worte in ein grooviges Soundkleid packt und den Sänger auch gern mal mit einem überraschenden Akzent kommentiert. Humor und ein wissendes Zwinkern gehören zu Roger Cicero wie die Bläser zum Arrangement. Und welcher Mann kennt das nicht: Man gibt den coolen Typen, der die Bewunderung aller verdient und zuhause mit dem schnöden Alltag als Pantoffelheld konfrontiert wird? Die Pointe in Zieh die Schuh aus, die erste Single aus dem Album, ist gelungen und dürfte wohlwollendes Schmunzeln auf allen Seiten des Geschlechterkampfes hervorrufen. Und was noch wichtiger ist: Zieh die Schuh aus swingt unwiderstehlich, und das ist für Roger die Basis jedes funktionierenden Songs. Und davon gibt es auf Männersachen gleich 14 Stück.

Der Sinn für Pointen und der Mut zum Gefühl zeichnen Männersachen aus und halten einander die Waage. So steht der lasziven Seitensprung-Arie Schön, dass du da bist das tief berührende und schonungslos emotionale Ich atme ein entgegen, ohne dass es einen Widerspruch gäbe. Man(n) ist halt eben nur ein Mann, und welche Frau würde einem solchen Kerl nicht verzeihen, wenn der nach einem Mahnmal für die eigene Dummheit ruft, wie es in Ich Idiot ließ dich gehen der Fall ist? Auch wenn die Angebetete sich sagen lassen muss, dass er nun mal Kein Mann für eine Frau ist. Aber all das männliche Gehabe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hinter Roger Cicero ein höchst charmanter großer Junge verbirgt, dessen Songs jeder und jedem Spaß machen kann. So funktionieren die Männersachen geschlechtlich durchaus universal und reißen jeden mit, wenn er nur ein bißchen Swing im Blut hat.

Man kann sich jeden Song vornehmen, immer wieder wird man auf die angenehme Entspanntheit und Souveränität treffen, mit der Roger die Texte zum klingen bringt. „Es war durchaus ein Experiment, den Sound einer Big Band mit deutschen Texten zu verbinden,“ so erklärt Roger. „Es war am Anfang nicht klar, ob man deutsche Texte wirklich zum swingen bringen kann. Aber als es funktionierte, wurde klar, dass wir dabei waren, etwas ganz Besonderes zu schaffen. Und schließlich ist es ein großartiges Gefühl zu sehen, wie das Publikum direkt auf die Texte reagiert, weil es sie sofort versteht.“ Mit der Band bildet Roger ein perfekt eingespieltes Team. Die Rythmussektion war der musikalischen Kern des Ensembles After Hours, mit dem Roger schon lange zusammen arbeitet und vor ein paar Jahren ein Album mit dem Titel There I Go aufgenommen hat. Die zusätzlichen Bläser sind ebenfalls erfahrene Profimusiker, die Roger seit langem kennt.

Im letzten Jahr reifte der Gedanke, deutsche Texte zu versuchen. Eine Begegnung mit dem Texter und Produzent Frank Ramond, der bereits für Annett Louisan schrieb und für sein großes Sprachtalent und seinen pfiffigen Wortwitz bekannt ist, brachte dann die Entscheidung. In enger Zusammenarbeit mit Komponist und Produzent Matthias Hass entstanden die ersten Entwürfe für Songs, die Roger hellauf begeisterten. Der wiederum brachte die Jungs von After Hours und Arrangeur Lutz Krajenski ins Boot, dessen Arrangements sich als perfektes Umfeld für Songs und Sänger herausstellten. Und - wie man auf Männersachen hört - eine magische Novität in der deutschen Popmusik schuf. Denn hier hat man es zum ersten Mal: Deutschsprachigen Big Band-Swing mit ausgesprochen jungem Pop-Appeal, der alters- und genreunabhängig funktioniert und den gestandenen Big Band-Fan ebenso anspricht wie den lebhaften Teen und Twen, der auf der Suche nach etwas neuem ist. Radiotauglich und trotzdem cool. Swing eben.

„Ich bin gar nicht der klassische Crooner, ich komme viel mehr aus Jazz und Soul,“ erklärt Roger, der auf eine musikalische Tradition zurückblicken kann, die so lang ist wie sein Leben selbst. Roger Cicero ist nämlich der Sohn des bekannten Pianisten Eugen Cicero, der seit vier Dekaden zu den großen Jazzpianisten Deutschlands gezählt wird. Schon früh und sehr selbstverständlich kam Roger daher mit Musik, und Jazz im Besonderen, in Kontakt. Klar, dass es sich bei diesem Umfeld kaum verhindern ließ, dass auch in Roger die Leidenschaft zur Musik zum Zentrum seines Daseins wurde. Und der Kontext stimmte: Caterina Valente ist seine Patentante, seinen ersten Auftritt hatte er zusammen mit Helen Vita, die ihn bereits als 12-Jährigen auf die Bühne holte und für ihn zur besten Freundin wurde. „Als Säugling habe ich mich sogar in Josephine Bakers Ausschnitt übergeben,“ lacht er. Ein Foto, das Klein-Roger auf dem Arm der Musical-Diva zeigt, steht heute noch in seinem Regal. Wer solche Babysitter hat, kommt um den Musenkuss kaum noch herum.

Zugegeben, es war nicht leicht, sich aus dem Schatten des berühmten Vaters zu lösen, aber ein Musikstudium in Amsterdam trug seinen Teil dazu bei, den eigenen Weg zu finden. Zu diesem Zeitpunkt war Roger bereits ein fähiger Instrumentalist mit solider Ausbildung am Klavier, an der Gitarre und im klassischen Gesang. Ebenso konnte er auf seine erste TV-Erfahrung in einer Show mit Horst Jankowski und dem RIAS-Tanzorchester blicken. Um die zwanzig war der 1970 geborene Roger, als er schon professionell mit dem Eugen Cicero Trio, dem Horst Jankowski-Trio und dem Bundesjugend-Jazzorchester unter der Leitung von Peter Herbholzheimer unterwegs war. Aber Roger Cicero zog es zunächst vom Jazz zum Soul.

Noch in Amsterdam steht er als Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Percussionist auf der Bühne, u.a. in der First Show Band, bis er nach Deutschland, und dann nach Hamburg zurückkehrt. Dort gründet er das Roger Cicero Quartett und übernimmt die musikalische Leitung von Angie’s Nightclub. Ab 2003 tourt er mit der inzwischen legendären Soulounge, u.a. im Vorprogramm von George Benson, und trainiert seinen ausgeprägten Sinn für Soul. Inzwischen gilt er in der bundesweiten Jazzszene als Geheimtipp: Stefan Gwildis, Bill Ramsey, Joja Wendt, Till Brönner, Sylvia Droste und andere schwören auf sein Talent. Er nimmt zwei Alben mit der Soulounge auf, ein weiteres mit Nils Gesinger, eines mit Cornell Dupree und schließlich „There I Go“ mit After Hours. Im letzten Jahr konnte man ihn zudem bei einem faszinierenden Projekt mit Julia Hülsmann erleben, bei dem er gesungene Lyrik Emily Dickinsons präsentierte.

Mit Männersachen schlägt Roger Cicero nun einen Weg ein, der sein ureigener ist, und den so wie er noch niemand vor ihm beschritten hat. Aber einen fähigen Künstler erkennt man eben daran, dass er immer wieder einen neuen Pfad sucht. Und vor Roger Cicero liegt eine ganze Welt, die es zu entdecken gibt: „Wenn du nen Kerl suchst, der dir’n Reihenhaus baut, auf dem Flokati mit dir Serien schaut, der nach Rezept für dich kocht - dafür fühl ich mich noch viel zu frei....“ (Kein Mann für eine Frau)
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