Wir bieten leider keine Videos mehr an.
Outlandish Biographie
Outlandish
Isam Bachiri, Lenny Martinez und Waqas Qadri erblicken das Licht der Welt in Broendby Strand, einem Mult-Kulti-Schmelztigel vor den Toren Kopenhagens. Ihre Eltern stammen aus Marokko, Honduras und Pakistan. Die Jungs wachsen zusammen in tristen Hinterhöfen auf, wo sie Fußball spielen und von der großen Profi-Karriere träumen - bis eines Tages das Lebensgefühl der amerikanischen East Coast an ihren Strand schwappt: HipHop! Und was da aus den Radios strömt, saugen die drei Teenies begierig auf, verinnerlichen es so sehr, dass es ihr eigenes Lebensgefühl wird. Mehr noch: Sie lernen das Handwerk, adaptieren bald, modifizieren schnell und finden schließlich ihren ganz eigenen Sound. Statt platt zu imitieren, mischen sie HipHop-Beats mit ihren eigenen Roots: Latino- Rhythmen, orientalisch-indische Klänge und arabischer Pop verschmelzen auf ihren ersten Demotapes zu einer unglaublich erfrischenden Melange, die dem Genre Weltmusik eine neue Perspektive aufzeigt.
1996 erobert Khaled, der König des Rai, einer Art arabische Pop-Kultur, die aus Nordafrika nach Europa kommt und von Exil-Algeriern von Frankreich aus populär gemacht wird, mit seinem Smash-Hit "Aicha" zuerst die Clubs und 1997 die europäischen Charts im Sturm. Etwa zeitgleich gründen die drei "Culture Outlaws" die Formation Outlandish. Ihre Debütsingle "Pacific To Pacific" wird von Amnesty International gepickt. Der Nachfolge-Track "Saturday Night" landet auf dem Soundtrack des dänischen Films "Pizza King". "Als ich meiner Mutter offenbarte, dass ich ein MC werden will, hat sie mir fast eine gescheuert", erinnert sich Waqas. Schließlich sollten es Isam, Lenny und Waqas einmal besser haben, Arzt, Anwalt oder Astronaut werden. Wie sollte man Bekannten und Verwandten die Schande erklären, dass ihre Söhne Alleinunterhalter auf Hochzeiten werden wollen. Perspektive: Gosse!
2000 erscheint das erste Outlandish-Album "Outland's Official" in Dänemark. Die Kritiker sind voller Lob. Der Longplayer wird in nur wenigen Wochen mit Gold ausgezeichnet und Outlandish reifen über Nacht zu Vorbildern der dänischen Jugend - nicht zuletzt deshalb, weil sie bei den "Danish Music Awards" in insgesamt sechs Kategorien nominiert werden. "Outland's Official" wird schließlich mit dem Preis "Best Danish HipHop Album" ausgezeichnet. Sie werden bald über die Grenzen Dänemarks bekannt, reisen nach England, geben BBC ein Interview und erspielen sich im Mutterland des Pop mit einigen umjubelten Club-Gigs eine treue Fangemeinde. Outlandish sind erfrischend anders und entsprechen so gar nicht dem Goldketten-Dicke-Limo-und-vollbusige-Video-Babes-Klischee ihrer US-Kollegen.
2003 erscheint das zweite Album von Outlandish in Dänemark: "Bread & Barrels Of Water" wird umgehend mit Platin ausgezeichnet und gilt unter Insidern der Szene bereits als "absolutes Meisterwerk". Mittlerweile ist kein anderer als Antonio "L.A." Reid, seines Zeichens Boss von Arista Records in New York, auf die drei Dänen aufmerksam geworden und will Outlandish baldigst auf seinem Erfolgs-Label in den USA veröffentlichen.
War "Outland's Official" noch ein Spiegel ihrer Kindheit, gehen Outlandish mit "Bread & Barrels Of Water" einen Schritt weiter. "Wir haben einen Punkt in unserem Leben erreicht, in dem unser Fokus nicht mehr nur auf unserer Vergangenheit liegt. Die Welt ist größer als unser Ego und wir sind doch nur kleine Teile im großen Puzzle des Lebens. Heute sind unsere Themen universeller, plakativer: Liebe, Vertrauen, Hass, Freundschaft, Familie und Gott sind wichtiger. Es geht darum, Brücken zwischen den Völkern und ihren Religionen zu schlagen", erklärt Lenny das neue Outlandish-Gefühl.
Während im restlichen Europa bereits "Guantanamo", eine latino-schwangere Gute-Laune-Hymne auf die kubanische Guantanamo Bay, als erste Single aus "Bread & Barrels Of Water" veröffentlicht wurde, starten Outlandish in Deutschland mit ihrer R&B-Version von Khaleds "Aicha". Nicht zuletzt durch die geniale Gitarren-Sequenz, die über dem minimalistischen Groove schwebt, veredelt durch die hypnotischen Gesangspassagen, gerät das Märchen der Prinzessin von Sabah zu einer einzigartigen Liebeserklärung an die modernen Frauen von heute. Im gleichnamigen Videoclip ahnt man die weltpolitische Lage irgendwo zwischen 9-11, Israel-Konflikt und Irak-Krieg, die jedoch angesichts reiner Schönheit und Anmut in den Hintergrund treten. Auch wenn die verhüllte Mutter, deren wunderschöne Ölaugen den Betrachter fasziniert in den Bann ziehen, nach ihrem Jungen sieht, der in seinem Zimmer Panzer zeichnet, wirken die Bilder nicht platt oder peinlich, sondern strotzen vor Reinheit und Wahrhaftigkeit.
Und spätestens seit Outlandish mit ihrer viel umjubelten Performance des Songs "Eyes Never Dry" im Rahmen einer War Benefit Show zu Gunsten von Opfern des Irak-Krieges (1.5 Millionen dänische TV-Zuseher), dazu beitrugen, dass 43 Millionen Kronen, umgerechnet sechs Millionen Euro, gespendet wurden, dürften auch die Eltern von Isam Bachiri, Lenny Martinez und Waqas Qadri stolz auf ihre Söhne sein.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Zeiten, in denen wir leben, sind geprägt von stark polarisierten politischen Positionen. Kulturgrenzen gelten als unüberwindlich. Nur zu oft wird die Welt anhand fragwürdigen Kriterien in die Kategorien „wir“ und „sie“ eingeteilt. Wie wichtig in einer solchen Zeit Künstler sind, die sich die Zeit nehmen, um ihr Talent für die Verbreitung einer Botschaft einzusetzen, die die Gleichheit aller menschlichen Wesen dieses Planeten zur zentralen Aussage macht, lässt sich nur erahnen. Denn das Blut, das durch unsere Adern fließt, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Blut, dass in den Adern unserer Nachbarn fließt, auch wenn wir vielleicht nicht den selben sozialen Status, die gleichen politischen Ansichten, die gleiche Religionszugehörigkeit haben, und auf dem gleichen Längen- und Breitengrad leben – und genau das ist das Thema von Outlandish.
Die Geschichte von Outlandish ist eine ermutigende Story über ein gemeinsames Abenteuer, das für die drei Protagonisten in den Jugendclubs und auf den Fußballfeldern der westlichen Vororte Kopenhagens begann. Es ist der faszinierende Werdegang einer Band, der durch harte Arbeit, tief verwurzelte Freundschaft und dem Mut, neue musikalische Wege einzuschlagen, der internationale Durchbruch gelang. Gleichzeitig sind Outlandish eine Band, die sich durch nichts den Blick auf die „eine Welt, in der wir alle zusammen leben“ verstellen lässt und mit sehr persönlichen und fundierten Inhalten ihre Perspektive deutlich macht. Es ist in der Tat einiges geschehen, seit sich Lenny Martínez, Waqas Qadri und Isam Bachiri im Jahre 1997 zusammenfanden, um als Outlandish Karriere zu
machen...
„Official fusion cuisine“
Der erste Meilenstein auf ihrem bisherigen Weg kam mit dem Debütalbum „Outland’s Official” (2000, erschien nur in Dänemark), das sowohl von Kritikern als auch von der breiten Öffentlichkeit in ihrer Heimat mit offenen Armen aufgenommen wurde. Die drei Songs „Walou”, „Wherever” und „Come On” wurden zu großen Airplay-Hits. Das Trio räumte in der Folge zahlreiche Musikpreise ab, wurde für sechs „Danish Music Awards“ nominiert und erhielt den Preis für das beste HipHop-Album. Mit der Veröffentlichung von „Outland’s Official“ konnten Outlandish erstmals zeigen, was sie auszeichnet: Eine Band als musikalischer und soziokultureller Mini-Schmelztiegel (die drei entstammen marokkanischen, kubanischen und pakistanischen Einwandererfamilien), befeuert von der Kraft des HipHop, für den Lenny, Waqas und Isam schon in frühester Jugend eine große Leidenschaft entwickelten. Schon beim ersten Hören wurde klar: Dies war eine ganz spezielle musikalische Delikatesse, die die Jungs da in ihrer „Fusion Cuisine“ zusammengebrutzelt hatten. Die Grundzutaten US-amerikanischer Herkunft würzten Outlandish gekonnt mit allerlei Zusätzen - Beats und Samples aus arabischer Popmusik, Bollywood Soundtracks oder auch lateinamerikanischen Rhythmen. Die Texte wurden in Englisch, Spanisch, Urdu, Arabisch und Dänisch verfasst. Am besten beschreibt das musikalische Zusammenkommen der verschiedenen Einflüsse folgende Anekdote, die Isam auf Lager hat: „Ich erinnere mich, als ich in meinem Zimmer war und Tupac hörte; meine Mutter hatte auf ihrer Stereoanlage im Wohnzimmer unten marokkanische Folkmusik laufen und irgendwie kam mir dabei Idee, dass ich die beiden Elemente meines Lebens musikalisch vereinen könnte.“
“Crossing borders”
Das Follow-Up-Album „Bread & Barrels Of Water” (2002) sollte der Band bereits den internationalen Durchbruch bescheren. Hits wie „Guantanamo“ und „Aicha“ entfachten eine Erfolgsdynamik, die Outlandish plötzlich zu den wichtigsten Vertretern der dänischen Popmusik werden ließ. Ein Jahr später wurde eine internationale Version von „Bread & Barrels Of Water” in fast ganz Europa, in Indien, im Mittleren Osten und Nordafrika veröffentlicht. Die Single „Aicha“ erreichte in diversen europäischen Ländern (u.a. Deutschland) Platz eins der Charts und erhielt zahlreiche Goldauszeichnungen. In der Folge tourten Isam Bachiri, Lenny Martínez und Waqas Qadri durch Europa, gaben auch Konzerte im Mittleren Osten und Indien, wo das Album Goldstatus erreichte. Im Anschluss begleiteten sie als Support Latin-Rock-Legende Santana auf dessen 2003er-Tour und traten als Special Guest bei Konzerten von Destiny’s Child und Kelly Rowland auf. Outlandish nahmen an den MTV Awards in Indien teil und wurden bei den Nordic Music Awards 2004 als „Best Nordic Act“ ausgezeichnet. Bei den Arabic Music Awards in Dubai erhielten sie einen Award in der Kategorie „Best International Release“. Konnte man das Debütalbum thematisch als Aufarbeitung aller Erfahrungen bezeichnen, die sich in jungen Jahren im Spannungsfeld ethnisch-kulturelle Unterschiede auftun, so war der Nachfolger weit spiritueller, introvertierter - und selbst die Loyalität zu ihrem Urspungs-Genre HipHop musste bisweilen einer neuen Form des musikalischen Ausdrucks weichen.
„In motion“
Zu Beginn des Jahres 2004 fanden sich die drei wieder im Studio zusammen, um die Arbeiten an jenem Album zu beginnen, das nun den Titel „Closer Than Veins“ trägt. Die Erfahrungen auf ihren Reisen hatten einen erheblichen Einfluss die Entstehung der Stücke. „Wir waren da, wo die Dinge passieren. Wir haben viele verschiedene Arten von Menschen getroffen, die ihr Leben auf völlig unterschiedliche Art und Weise leben, unter völlig verschiedenen Lebensumständen. Ich glaube, das hat uns sehr geholfen, uns selbst als menschliche Wesen zu sehen, als Teil des Ganzen, im Gegensatz zu Einwanderern, die anders sind als die Welt, die sie umgibt. Das spiegelt sich in unseren Texten und in der Art und Weise, wie wir Musik machen…“, erklärt Waqas. Wenn man „Closer Than Veins“ hört, wird einem sofort klar, was damit gemeint ist. Outlandish haben sich aus dem langen Schatten des HipHop entfernt, in dem sie sich in den letzten Jahren bewegt hatten. Die fünfzehn Songs machen deutlich: Outlandish bedienen sich bei allen Genres und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, die in der Welt existieren. Die Schönheit und der faszinierende Reiz der Musik belegt das kreative Selbstbewusstsein der Bandmitglieder: Waqas (29), Isam (28) und Lenny (30). Vom Rap hin zu Songs und wieder zurück zum Rap; von den Eigenproduktionen bis hin zu den Kollaborationen mit anderen Produzenten; von der Melancholie zu den Freuden des Lebens, plus das eine oder andere deutlich Wort zu gesellschaftlichen Missständen – Outlandish präsentieren sich vielfältiger als je zuvor. Und das Ergebnis ist ein phantastisches, drittes Album. Doch so ambitioniert und musikalisch fundiert Stücke wie „I Only Ask Of Good“ (eine Coverversion des Stücks „Solo le pido Dios“ des argentinischen Singer/Songwriters Leon Gieco aus dem Jahre 1978) oder der aggressive HipHop-Track „Kom Igen (Come Again)“ (das Teile des European-Song-Contest-Siegiertitels „Dansevise“ aus dem Jahr 1963 aufgreift) auch sind - nie vernachlässigen Outlandish das Qualitäts-Trademark, das alle bisherigen Produktionen der Band auszeichnet und auf das sich ihre Fans blindlings verlassen können: Hooklines, für die die Konkurrenz ihr letztes Karl-Kani-Hemd gäbe. Ein Paradebeispiel für maximale Catchiness bei minimalster Cheesiness ist auch die erste Single-Auskopplung „Look Into My Eyes“ - ein smarter, moderner Protestsong im Spannungsfeld von Singer/Songwriter-Pop und laid-back HipHop. Ein Hit mit Ansage. Und Attitude.
Führt man sich die Quantensprünge vor Augen, die die Band von Album zu Album unternommen hat, muss man gespannt sein, wohin die Reise des Trios in den kommenden Jahren führen mag.
1996 erobert Khaled, der König des Rai, einer Art arabische Pop-Kultur, die aus Nordafrika nach Europa kommt und von Exil-Algeriern von Frankreich aus populär gemacht wird, mit seinem Smash-Hit "Aicha" zuerst die Clubs und 1997 die europäischen Charts im Sturm. Etwa zeitgleich gründen die drei "Culture Outlaws" die Formation Outlandish. Ihre Debütsingle "Pacific To Pacific" wird von Amnesty International gepickt. Der Nachfolge-Track "Saturday Night" landet auf dem Soundtrack des dänischen Films "Pizza King". "Als ich meiner Mutter offenbarte, dass ich ein MC werden will, hat sie mir fast eine gescheuert", erinnert sich Waqas. Schließlich sollten es Isam, Lenny und Waqas einmal besser haben, Arzt, Anwalt oder Astronaut werden. Wie sollte man Bekannten und Verwandten die Schande erklären, dass ihre Söhne Alleinunterhalter auf Hochzeiten werden wollen. Perspektive: Gosse!
2000 erscheint das erste Outlandish-Album "Outland's Official" in Dänemark. Die Kritiker sind voller Lob. Der Longplayer wird in nur wenigen Wochen mit Gold ausgezeichnet und Outlandish reifen über Nacht zu Vorbildern der dänischen Jugend - nicht zuletzt deshalb, weil sie bei den "Danish Music Awards" in insgesamt sechs Kategorien nominiert werden. "Outland's Official" wird schließlich mit dem Preis "Best Danish HipHop Album" ausgezeichnet. Sie werden bald über die Grenzen Dänemarks bekannt, reisen nach England, geben BBC ein Interview und erspielen sich im Mutterland des Pop mit einigen umjubelten Club-Gigs eine treue Fangemeinde. Outlandish sind erfrischend anders und entsprechen so gar nicht dem Goldketten-Dicke-Limo-und-vollbusige-Video-Babes-Klischee ihrer US-Kollegen.
2003 erscheint das zweite Album von Outlandish in Dänemark: "Bread & Barrels Of Water" wird umgehend mit Platin ausgezeichnet und gilt unter Insidern der Szene bereits als "absolutes Meisterwerk". Mittlerweile ist kein anderer als Antonio "L.A." Reid, seines Zeichens Boss von Arista Records in New York, auf die drei Dänen aufmerksam geworden und will Outlandish baldigst auf seinem Erfolgs-Label in den USA veröffentlichen.
War "Outland's Official" noch ein Spiegel ihrer Kindheit, gehen Outlandish mit "Bread & Barrels Of Water" einen Schritt weiter. "Wir haben einen Punkt in unserem Leben erreicht, in dem unser Fokus nicht mehr nur auf unserer Vergangenheit liegt. Die Welt ist größer als unser Ego und wir sind doch nur kleine Teile im großen Puzzle des Lebens. Heute sind unsere Themen universeller, plakativer: Liebe, Vertrauen, Hass, Freundschaft, Familie und Gott sind wichtiger. Es geht darum, Brücken zwischen den Völkern und ihren Religionen zu schlagen", erklärt Lenny das neue Outlandish-Gefühl.
Während im restlichen Europa bereits "Guantanamo", eine latino-schwangere Gute-Laune-Hymne auf die kubanische Guantanamo Bay, als erste Single aus "Bread & Barrels Of Water" veröffentlicht wurde, starten Outlandish in Deutschland mit ihrer R&B-Version von Khaleds "Aicha". Nicht zuletzt durch die geniale Gitarren-Sequenz, die über dem minimalistischen Groove schwebt, veredelt durch die hypnotischen Gesangspassagen, gerät das Märchen der Prinzessin von Sabah zu einer einzigartigen Liebeserklärung an die modernen Frauen von heute. Im gleichnamigen Videoclip ahnt man die weltpolitische Lage irgendwo zwischen 9-11, Israel-Konflikt und Irak-Krieg, die jedoch angesichts reiner Schönheit und Anmut in den Hintergrund treten. Auch wenn die verhüllte Mutter, deren wunderschöne Ölaugen den Betrachter fasziniert in den Bann ziehen, nach ihrem Jungen sieht, der in seinem Zimmer Panzer zeichnet, wirken die Bilder nicht platt oder peinlich, sondern strotzen vor Reinheit und Wahrhaftigkeit.
Und spätestens seit Outlandish mit ihrer viel umjubelten Performance des Songs "Eyes Never Dry" im Rahmen einer War Benefit Show zu Gunsten von Opfern des Irak-Krieges (1.5 Millionen dänische TV-Zuseher), dazu beitrugen, dass 43 Millionen Kronen, umgerechnet sechs Millionen Euro, gespendet wurden, dürften auch die Eltern von Isam Bachiri, Lenny Martinez und Waqas Qadri stolz auf ihre Söhne sein.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Zeiten, in denen wir leben, sind geprägt von stark polarisierten politischen Positionen. Kulturgrenzen gelten als unüberwindlich. Nur zu oft wird die Welt anhand fragwürdigen Kriterien in die Kategorien „wir“ und „sie“ eingeteilt. Wie wichtig in einer solchen Zeit Künstler sind, die sich die Zeit nehmen, um ihr Talent für die Verbreitung einer Botschaft einzusetzen, die die Gleichheit aller menschlichen Wesen dieses Planeten zur zentralen Aussage macht, lässt sich nur erahnen. Denn das Blut, das durch unsere Adern fließt, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Blut, dass in den Adern unserer Nachbarn fließt, auch wenn wir vielleicht nicht den selben sozialen Status, die gleichen politischen Ansichten, die gleiche Religionszugehörigkeit haben, und auf dem gleichen Längen- und Breitengrad leben – und genau das ist das Thema von Outlandish.
Die Geschichte von Outlandish ist eine ermutigende Story über ein gemeinsames Abenteuer, das für die drei Protagonisten in den Jugendclubs und auf den Fußballfeldern der westlichen Vororte Kopenhagens begann. Es ist der faszinierende Werdegang einer Band, der durch harte Arbeit, tief verwurzelte Freundschaft und dem Mut, neue musikalische Wege einzuschlagen, der internationale Durchbruch gelang. Gleichzeitig sind Outlandish eine Band, die sich durch nichts den Blick auf die „eine Welt, in der wir alle zusammen leben“ verstellen lässt und mit sehr persönlichen und fundierten Inhalten ihre Perspektive deutlich macht. Es ist in der Tat einiges geschehen, seit sich Lenny Martínez, Waqas Qadri und Isam Bachiri im Jahre 1997 zusammenfanden, um als Outlandish Karriere zu
machen...
„Official fusion cuisine“
Der erste Meilenstein auf ihrem bisherigen Weg kam mit dem Debütalbum „Outland’s Official” (2000, erschien nur in Dänemark), das sowohl von Kritikern als auch von der breiten Öffentlichkeit in ihrer Heimat mit offenen Armen aufgenommen wurde. Die drei Songs „Walou”, „Wherever” und „Come On” wurden zu großen Airplay-Hits. Das Trio räumte in der Folge zahlreiche Musikpreise ab, wurde für sechs „Danish Music Awards“ nominiert und erhielt den Preis für das beste HipHop-Album. Mit der Veröffentlichung von „Outland’s Official“ konnten Outlandish erstmals zeigen, was sie auszeichnet: Eine Band als musikalischer und soziokultureller Mini-Schmelztiegel (die drei entstammen marokkanischen, kubanischen und pakistanischen Einwandererfamilien), befeuert von der Kraft des HipHop, für den Lenny, Waqas und Isam schon in frühester Jugend eine große Leidenschaft entwickelten. Schon beim ersten Hören wurde klar: Dies war eine ganz spezielle musikalische Delikatesse, die die Jungs da in ihrer „Fusion Cuisine“ zusammengebrutzelt hatten. Die Grundzutaten US-amerikanischer Herkunft würzten Outlandish gekonnt mit allerlei Zusätzen - Beats und Samples aus arabischer Popmusik, Bollywood Soundtracks oder auch lateinamerikanischen Rhythmen. Die Texte wurden in Englisch, Spanisch, Urdu, Arabisch und Dänisch verfasst. Am besten beschreibt das musikalische Zusammenkommen der verschiedenen Einflüsse folgende Anekdote, die Isam auf Lager hat: „Ich erinnere mich, als ich in meinem Zimmer war und Tupac hörte; meine Mutter hatte auf ihrer Stereoanlage im Wohnzimmer unten marokkanische Folkmusik laufen und irgendwie kam mir dabei Idee, dass ich die beiden Elemente meines Lebens musikalisch vereinen könnte.“
“Crossing borders”
Das Follow-Up-Album „Bread & Barrels Of Water” (2002) sollte der Band bereits den internationalen Durchbruch bescheren. Hits wie „Guantanamo“ und „Aicha“ entfachten eine Erfolgsdynamik, die Outlandish plötzlich zu den wichtigsten Vertretern der dänischen Popmusik werden ließ. Ein Jahr später wurde eine internationale Version von „Bread & Barrels Of Water” in fast ganz Europa, in Indien, im Mittleren Osten und Nordafrika veröffentlicht. Die Single „Aicha“ erreichte in diversen europäischen Ländern (u.a. Deutschland) Platz eins der Charts und erhielt zahlreiche Goldauszeichnungen. In der Folge tourten Isam Bachiri, Lenny Martínez und Waqas Qadri durch Europa, gaben auch Konzerte im Mittleren Osten und Indien, wo das Album Goldstatus erreichte. Im Anschluss begleiteten sie als Support Latin-Rock-Legende Santana auf dessen 2003er-Tour und traten als Special Guest bei Konzerten von Destiny’s Child und Kelly Rowland auf. Outlandish nahmen an den MTV Awards in Indien teil und wurden bei den Nordic Music Awards 2004 als „Best Nordic Act“ ausgezeichnet. Bei den Arabic Music Awards in Dubai erhielten sie einen Award in der Kategorie „Best International Release“. Konnte man das Debütalbum thematisch als Aufarbeitung aller Erfahrungen bezeichnen, die sich in jungen Jahren im Spannungsfeld ethnisch-kulturelle Unterschiede auftun, so war der Nachfolger weit spiritueller, introvertierter - und selbst die Loyalität zu ihrem Urspungs-Genre HipHop musste bisweilen einer neuen Form des musikalischen Ausdrucks weichen.
„In motion“
Zu Beginn des Jahres 2004 fanden sich die drei wieder im Studio zusammen, um die Arbeiten an jenem Album zu beginnen, das nun den Titel „Closer Than Veins“ trägt. Die Erfahrungen auf ihren Reisen hatten einen erheblichen Einfluss die Entstehung der Stücke. „Wir waren da, wo die Dinge passieren. Wir haben viele verschiedene Arten von Menschen getroffen, die ihr Leben auf völlig unterschiedliche Art und Weise leben, unter völlig verschiedenen Lebensumständen. Ich glaube, das hat uns sehr geholfen, uns selbst als menschliche Wesen zu sehen, als Teil des Ganzen, im Gegensatz zu Einwanderern, die anders sind als die Welt, die sie umgibt. Das spiegelt sich in unseren Texten und in der Art und Weise, wie wir Musik machen…“, erklärt Waqas. Wenn man „Closer Than Veins“ hört, wird einem sofort klar, was damit gemeint ist. Outlandish haben sich aus dem langen Schatten des HipHop entfernt, in dem sie sich in den letzten Jahren bewegt hatten. Die fünfzehn Songs machen deutlich: Outlandish bedienen sich bei allen Genres und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, die in der Welt existieren. Die Schönheit und der faszinierende Reiz der Musik belegt das kreative Selbstbewusstsein der Bandmitglieder: Waqas (29), Isam (28) und Lenny (30). Vom Rap hin zu Songs und wieder zurück zum Rap; von den Eigenproduktionen bis hin zu den Kollaborationen mit anderen Produzenten; von der Melancholie zu den Freuden des Lebens, plus das eine oder andere deutlich Wort zu gesellschaftlichen Missständen – Outlandish präsentieren sich vielfältiger als je zuvor. Und das Ergebnis ist ein phantastisches, drittes Album. Doch so ambitioniert und musikalisch fundiert Stücke wie „I Only Ask Of Good“ (eine Coverversion des Stücks „Solo le pido Dios“ des argentinischen Singer/Songwriters Leon Gieco aus dem Jahre 1978) oder der aggressive HipHop-Track „Kom Igen (Come Again)“ (das Teile des European-Song-Contest-Siegiertitels „Dansevise“ aus dem Jahr 1963 aufgreift) auch sind - nie vernachlässigen Outlandish das Qualitäts-Trademark, das alle bisherigen Produktionen der Band auszeichnet und auf das sich ihre Fans blindlings verlassen können: Hooklines, für die die Konkurrenz ihr letztes Karl-Kani-Hemd gäbe. Ein Paradebeispiel für maximale Catchiness bei minimalster Cheesiness ist auch die erste Single-Auskopplung „Look Into My Eyes“ - ein smarter, moderner Protestsong im Spannungsfeld von Singer/Songwriter-Pop und laid-back HipHop. Ein Hit mit Ansage. Und Attitude.
Führt man sich die Quantensprünge vor Augen, die die Band von Album zu Album unternommen hat, muss man gespannt sein, wohin die Reise des Trios in den kommenden Jahren führen mag.
Mehr Informationen zu Outlandish
Outlandish Portrait
Outlandish Diskographie
Outlandish Biographie
Outlandish
Steckbrief
Outlandish Songtexte




