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Eagle-Eye Cherry Biographie

Eagle-Eye Cherry

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Es gibt solche und solche. Auch unter Musikern und Songschreibern. Da sind die, die einmal etwas Erfolg haben und sich dann damit zufrieden geben, diese Masche für den Rest ihrer Karriere weiterzuspinnen. Und dann gibt es Typen wie Eagle-Eye Cherry, die einfach zu kreativ sind, um sich nur mit dem Naheliegenden zu begnügen. Das aktuelle Ergebnis seiner Suche hört auf den Titel "Sub Rosa", ist sein drittes Album und bettet seine bisher reifsten Songs in seine bisher weitreichendste Soundpalette. "Ich scheue mich ja zu sagen, dass es da den großen Plan gegeben hat", sagt er, "aber meine Platten sind alle Teil desselben Trips. Und wenn "Sub Rosa" ein Thema hat, dann die Frage: Wo geht’s eigentlich hin mit uns? Klar, es ist eine zynische Welt da draußen und belehrt werden wollen die Leute schon mal gar nicht. Aber es gibt einfach sehr viele Fragen, die genau jetzt gestellt werden müssen."

"Sub Rosa" geht aus der ersten längeren Auszeit hervor, die sich Eagle-Eye in den letzten fünf Jahren erlauben konnte, nachdem ihm der Hit "Save Tonight" 1998 sogleich den großen Durchbruch beschert hatte. Es war Zeit, die er dringend benötigte, um sein persönliches Leben zu ordnen und einen Blick auf eine sich rapide verändernde Welt zu werfen. "Anfang 2002 kam ich wieder nach Hause und konnte mich um viele Dinge kümmern. Auf Tournee lebt man ja in dieser Blase, da muss man viele Sachen einfach hinten an stellen, denen man sich dann erst später widmen kann. Ich brauchte einfach eine Pause, um mal richtig aufzuräumen."

Das Resultat ist eine Song-Kollektion, die einerseits nach wie vor sehr persönlich ausfällt, andererseits aber auch mit vielen genauen Beobachtungen aus der Welt um ihn herum besticht. "Einige Songs wie "Be Like That" und "How Come" beschäftigen sich mit der Frage, in welche Richtung wir uns heute bewegen", erklärt Eagle-Eye. "Es gibt Verzweiflung über das, was in der Welt passiert, aber auch Optimismus. Einen Song wie "Don't Give Up" sehe ich in der Tradition eines "Give Peace A Chance". Dass man die Hoffnung nie verlieren soll, lässt sich ja auf vielfältige Art und Weise interpretieren. Von Fußball-Fans zum Beispiel, die das singen können, wenn ihr Team gerade dabei ist zu verlieren."

Doch "Sub Rosa" ist auch ein Album voller Geschichten, bevölkert von interessanten Charakteren. "The Strange" beispielsweise entstand aus Beobachtungen im New Yorker Central Park, "Skull Tattoo" hat eine ähnliche Inspiration. "Die Leute haben mich gefragt, wer denn die Frau in dem Song sei", erläutert Eagle-Eye Cherry. "Aber ich sah sie nur auf der Straße." Dann gibt es den Song "Twisted Games", da dreht sich die erste Strophe um ein Kind, das zum Pyromanen wird, und die zweite um einen Jungen, der von Gewehren besessen ist. "Mir gefällt diese Idee des Songschreibers als Geschichtenerzähler. Bei vielen dieser Songs konnte ich selbst ein Stück zurücktreten."

Das Album wurde einerseits on the road geschrieben, als Eagle-Eye nach dem letzten Album "Living In The Present Future" tourte, aber auch in seinem Appartement in New York. Unvermeidlich, dass auch die Ereignisse des 11. September und das, was darauf folgte, einen Effekt hatten. "Das Album handelt nicht davon, die meisten Songs hatte ich schon vorher skizziert. Aber die Realität der Welt, in der wir leben, traf mich schon. Ich war in Los Angeles an dem Tag und kam ersteinmal nicht weg. Die Welt ist jetzt ein sehr merkwürdiger Ort und das hat mich natürlich beeinflusst, als Mensch und als Songschreiber."

Wie kaum anders zu erwarten, steckt "Sub Rosa" randvoll mit erinnerungswürdigen Melodien und unwiderstehlichen Hook-Lines. Doch klingt das Album dabei subtil anders als alles, was wir bisher von ihm kannten. "Ich denke, die Songs als solche stehen nach wie vor im Zentrum", erklärt Eagle-Eye Cherry. "Aber die Sampling-Technologie hat mich schon immer fasziniert, und ich wusste, dass ich eines Tages damit arbeiten möchte. Also hab‘ ich mir für dieses Album viel mehr Gedanken über die Produktion gemacht. In der Vergangenheit fand ich Trost darin, meine Songs in einem eher einfachen Rahmen zu halten. Dieses Mal ist der Sound definitiv fetter und deckt ein größeres Panorama ab."

Als Helfer engagierte er den Produzenten Al Stone, der zuvor schon mit Björk und Jamiroquai gearbeitet hatte. Der Titel "On This Paralysis" führte ihn zudem mit Cameron McVey zusammen, den Gatten und Produzenten seiner Schwester Neneh Cherry. Und "How Come" wurde von Tim Simenon (Massive Attack, Björk, Depeche Mode) betreut. Trotz der umfangreicheren Produktion war Eagle-Eye darauf bedacht, dass sich "Sub Rosa" auch eine spontane Wärme erhält. "Diese organische Basis ergibt sich schon daraus, dass ich die Demos in meinem Appartement gemacht habe. In dieser Umgebung ergeben sich die Dinge sehr natürlich und zusammenhängend. Mit einem Laptop kannst du sie einfangen, und viel davon landete schließlich auch auf dem Album. Das war die Basis, mit der wir ins Studio gingen, um die Technologie und das Live-Ding zu kombinieren."

Auch der Titel des Albums reflektiert seine Wurzeln, wie Eagle-Eye Cherry erklärt. "Wenn man etwas "Sub Rosa – unter der Rose" sagt, dann soll es ein Geheimnis bleiben, hinter verschlossenen Türen. Manchmal wenn ich Musik höre, besonders unter Kopfhörern, kann sich das so anfühlen, da gibt es nur die Musik und mich..."

Eagle-Eye Cherry wurde 1971 in Schweden geboren. Schon als Kind verbrachten er und seine ältere Schwester Neneh Monate auf Konzertreisen mit ihrem Vater, dem Trompeter Don Cherry, ein früher Vorgeschmack auf Tour-Busse und das Nomadentum arbeitender Musiker. Mit 12 wurde Eagle-Eye auf eine Schule in New York geschickt, wo er später als Schauspieler und Schlagzeuger in verschiedenen Bands tätig war. Erst 1996 kehrte er nach Schweden zurück, um sein Debütalbum zu schreiben und einzuspielen. "Desireless", so der Titel, stellte ihn als wichtigen zeitgenössischen Singer/Songwriter vor. "Der therapeutische Aspekt spielte schon eine Rolle beim ersten Album", blickt er heute zurück. "Ich wollte zur Basis zurückkehren, alles ganz einfach mit akustischen Gitarren." Nach der Hit-Single "Save Tonight" erreichte das Album Platin-Status weltweit.

Rick Rubin (Red Hot Chili Peppers, Johnny Cash etc.) produzierte zwei Jahre später das zweite Album "Living In The Present Future", welches den schieren Speed seines Lebens nach dem großen Erfolg reflektierte. "Wir waren über zwei Jahre auf Tour und gingen dann ohne Pause direkt ins Studio, wo wir mehr oder weniger live aufnahmen. Es war ein sehr spontanes Album." Das durchaus an den Erfolg des Erstlings anknüpfen konnte. Dazu spielte Eagle-Eye Cherry zwischendurch eine Gast-Rolle auf dem Santana-Comeback "Supernatural", das mit Grammies und Multi-Platin überhäuft wurde.

Doch jetzt hat Eagle-Eye Cherry mit "Sub Rosa" sein bisher komplettestes Album am Start. "Wenn man mich bei den ersten beiden Platten gefragt hätte, mit wem ich denn gern verglichen worden wäre, hätte ich Neil Young oder Tom Petty geantwortet. Aber wenn man mir diese Frage jetzt stellen würde, müsste ich sagen, dass ich es nicht weiß. Und das ist aufregend. Ich habe das Gefühl, dass ich das Handwerk des Songschreibens heute viel besser verstehe und genauer weiß, was ich will. Es ist fast, als ob die ersten beiden Alben in Mono gewesen wären – und dieses hier hat jetzt den Surround Sound."
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