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Brian Wilson Biographie

Brian Wilson

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Genial, wahnsinnig, mehrmals dem Tode nahe, seit ein paar Jahren begeistert gefeiert und wieder oben auf. Das Leben des Brian Wilson liest sich wie eine Hollywoodstory mit einem happy End, an das lange kaum jemand, am wenigsten wohl er selbst, geglaubt hat.

1961, gerade neunzehnjährig, gründet er die Beach Boys. Innerhalb von drei Jahren schreibt und produziert er fast im Alleingang sieben offizielle Alben mit einer Fülle von Nr.1-Singles, die seine Band zur einzigen ernst zu nehmende US-amerikanische Gefahr für die Beatles machen. Introvertiert, rundlich, vom Vater-Manager drangsaliert, singt er einerseits unbekümmert von Stränden, Surfen, Hot-Rods und schönen Frauen, kann andererseits nicht mal richtig schwimmen und mag das Meer überhaupt nicht.

Nach mehreren Nervenzusammenbrüchen gibt er 1964 das Touren auf und verzieht sich ins Studio. Die Hitmaschine läuft weiter wie geschmiert. Als der Rest der Band 1966 nach einer mehrmonatigen Asientournee nach LA zurückkehrt, findet sie ein von Wilson komplett eingespieltes Album vor, auf dem nur noch der Gesang fehlt: Es ist das legendäre "Pet Sounds." Wilson ist gerade mal 24, als er die Platte konzipiert und aufnimmt, die sich nach wie vor mit "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" ein Kopf-an-Kopf-Rennen als beste Pop-Platte aller Zeiten liefert.

Während die Beach Boys weiterhin erfolgreich ihren Surf-Sound präsentieren, verliert sich Wilson zunehmend in einer eigenen Welt. So lässt er sich im Wohnzimmer einen Sandkasten um sein Piano bauen, um das Gefühl zu haben, am Strand zu sein. Mit Van Dyke Parks versucht er, "Pet Sounds" zu toppen und ein noch vielschichtigeres Album zu zeugen, scheitert aber auf halber Strecke und gibt auf. "Smile" gilt als eines der besten Alben, die es nicht gegeben hat - ein Mythos, von dem neben Bootleg-Aufnahmen vor allem die Single "Good Vibrations" übrig geblieben ist.

Um Wilson steht es immer schlechter. Zwar schreibt er weiterhin Lieder wie "'Til I Die" oder "Add Some Music To Your Day," die an vergangene Erfolge anknüpfen, jedoch wird er immer dicker und verlässt kaum noch sein Bett. Drogensüchtig und zunehmend labil, nimmt er Ende der 70er Jahre erst eine Therapie beim umstrittenen Psychologen Eugene Landy auf und versucht sich anschließend an einer Beach Boys-Reunion. Beides schlägt jedoch fehl, 1982 wird er sogar von der Band gefeuert. 1984 steht offiziell fest: Wilson ist manisch-depressiv und paranoid-schizophren, der jahrelange Drogenkonsum hat bleibende Gehirnschäden hinterlassen.

1984 beginnt er erneut eine Therapie bei Dr. Landy und erscheint vier Jahre später als strahlender und verjüngter Anfang 40er. Ein Wunder? Jein, denn der Drahtzieher seines ersten Soloalbums, das 88er "Brian Wilson," ist gerade Landy, der zu so etwas wie sein Guru geworden ist. Die beißenden Kritiken und die katastrophalen Verkaufszahlen treiben den Heilungsprozess jedoch voran, 1990 trennt sich Wilson von seinem Psychiater. Nach der Veröffentlichung seiner Autobiographie mit dem bezeichnenden Titel "Mein kalifornischer Alptraum" 1991, beginnt er wieder ernsthaft mit der Musik.

1995 bringt er in Zusammenarbeit mit "Smile"-Weggefährte Van Dyke Parks das Album "Orange Crate Art" heraus, zwei Jahre später schreibt und produziert er für seine Töchter Carnie und Wendy, zwei Drittel der Popgruppe Wilson Phillips, das Album "The Wilsons." 1998 erscheint seine zweites Soloalbum "Imagination," das sowohl von Kritikern als auch von der Öffentlichkeit gut aufgenommen wird.

Im Jahr 2000 bricht er ein weiteres Tabu: mit einer zehnköpfigen Band gibt er zwei Konzerte in Los Angeles und wird als Held gefeiert. Mit seinem Karriererückblick geht er anschließend mit Paul Simon auf US-Tour. Wilson beginnt, Ehrungen und Andenken einzuheimsen. Nebenbei kümmert er sich auch um seinen Internet-Auftritt und bestückt seine Homepage mit seltenem Material aus allen Lebensphasen. Die Weihnachtsingle "On Christmas Day" schafft es 2000 auf Rang zehn der mp3.com-Charts.

Im Januar 2002 erscheint der Livemitschnitt seiner LA-Konzerte auch in Deutschland, pünktlich zum Auftakt seiner ersten Europatournee, die Ende Januar/Anfang Februar stattfindet.

2002 Pet Sounds Live
2002 Live At The Roxy Theatre
1998 Imagination
1988 Brian Wilson
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