Autumn Biographie
Autumn
Der
bezeichnende Titel Summer’s End kündigt nicht nur den Beginn des Herbstes an,
sondern weist – als Titel von Autumns zweitem Album – auch in die Zukunft der
aus Holland stammenden Band. Nachdem ihr Debütalbum When Lust Evokes The Curse
von Kritikern allerorts in höchsten Tönen gelobt wurde und die Band zwei Jahre
nahezu ausnahmslos auf Tour war – sie spielten auf so ziemlich jedem Festival,
das national oder international von Bedeutung ist -, melden sich Autumn jetzt
endlich mit dem Nachfolger zurück. Summer’s End ist die Errungenschaft einer
Band, die sich weiterentwickelt hat. Denn ihre Songs haben nicht nur an
„Catchyness“ hinzugewonnen, sondern sind auch auf einem viel höheren Level produziert.
Das gilt sowohl für die Technik als auch für die Komposition. „Wir haben uns
dieses Mal zum Ziel gesetzt, die Art von Musik aufzunehmen, die wir wirklich
lieben. Egal, ob das zu der Schublade passt, in die man uns stecken will.
Inzwischen sind wir als Band soweit, dass wir auch mal die Grenzen sprengen
können,“ sagt Nienke de Jong, die Sängerin und Front-Frau der Band. Auf diese
Weise haben sie es geschafft, die Energie, die man von ihren Konzerten kennt,
auch auf CD zu bannen. Dieses Mal sind die Songs sehr stark am Rhythmus, am
Groove, und an starken Riffs orientiert, während auf dem Vorgänger noch
Melodien und eine gewisse Atmosphäre im Zentrum standen. Nienke: „Durch soviel
Erfahrungen als Live-Band haben wir letztlich gelernt, wie man bessere Songs
schreibt. Daher ist Summer’s End, im Gegensatz zu unserem Debüt, auch rauer und
reiner, es ist mit mehr Emotionen beladen. Wir haben damit zu unserem
ursprünglichen Kern zurück gefunden.“
Obwohl die Band ihre Wurzeln eher in der Metal-Ecke sieht, werden Autumn von
vielen als Gothic-Rock-Band bezeichnet. Und selbst wenn Summer’s End sicherlich
Züge von diesem Stil enthält, kann man auch andere Elemente – entliehen aus den
Bereichen des Folk, von NuMetal, Doom, oder sogar Pop und klassischer Musik –
in ihrer Musik finden. So erklärt der Bassist und Sänger Meindert Sterk: „Wenn
man erst einmal an dem Punkt angelangt ist, an dem man sich darüber
hinwegsetzt, bestimmte Regeln der so genannten Genres zu befolgen, ist man
endlich frei. Man kann dann machen, was man wirklich will. Wir versuchen, diese
Freiheit zu bewahren – nur so stehen uns alle Wege offen.“ Diese Einstellung
hat dazu geführt, dass man auf dem Album eine Reihe von Stilen findet, die alle
durch eine dunkle Atmosphäre vereint sind.
Den Anfang macht dabei das bezwingende „The Coven“, auf das schon gleich
„Gospels In Dusk“ folgt. Zusammen mit „The Witch In Me“ (von ihrem Debütalbum)
wird somit eine Trilogie vervollständigt. Das fast schon balladeske „Gallery Of
Reality“ ist zugleich bombastisch und verträumt, wenn eine Slide-Gitarre, die
ebenso hätte bei Ennio Morricone auftauchen können, ins Spiel kommt. Weitere
Highlights sind das kraftvolle „Silent Madness“, eine Mischung aus reinstem
Metal und östlichen Klängen, wobei das harsche Grunzen von Meindert sich auf
ideale Weise mit dem warmen, verführerischen Gesang von Nienke vereint. „This
Night“ verbindet keltischen Rock mit Power-Metal – was man übrigens auch von
„Whispering Secrets“ sagen kann, in dem die Verbindung von Traum-Vocals und einem
abgehackten Bass für ein leichtes Schaudern verantwortlich sind. Der Titeltrack
selbst ist schließlich ein krasser Metal-Song mit starken Riffs und einer Hook,
mit der man das Wort „catchy“ neu definieren könnte. Abgerundet mit „Solar
Wake“, der einzigen wahrhaftigen Ballade des Albums, zeigen Autumn insgesamt,
zu was sie alles imstande sind.
Während sich Autumn in ihren Texten weiterhin mit mystischen Elementen,
Spiritualität und Hexerei auseinandersetzen, öffnen sie auch hier den
Themenkreis, wenn sie sich mit persönlicheren Dingen – wie z.B. dem Sinn des
Lebens – beschäftigen. Nienkes Gesang, den man wohl am besten als kraftvoll und
charakterstark bezeichnen kann, sticht immer wieder hervor: mal singt sie
lieblich und verletzlich, dann wieder genau umgekehrt, und ohne komplexe
Gefühle. „In manche der Songs habe ich mein ganzes Herz gesteckt, so dass ich
öfter einmal weinen musste, als wir sie aufgenommen haben. Ich glaube, dass man
das sogar an einigen Stellen hören kann. Ich konnte die Gefühle einfach nicht
verbergen, wollte es ja auch gar nicht.“ Während der Aufnahmen lernte es
Nienke, ihrer Stimme wirklich zu vertrauen: „Ich fühl mich jetzt viel freier,
wo ich meinen eigenen Klang endlich akzeptiert habe. Inzwischen liebe ich ihn
sogar.“
Autumn haben sich im Jahr 1995 gegründet und wurden über die Jahre zu einem der
zentralen Namen in der aufblühenden, holländischen Gothic-Rock-Szene. Ihr Debüt
When Lust Evokes The Curse, das noch von Sony Music/Epic im Jahr 2002
veröffentlicht wurde, hat dazu geführt, dass man sie in einem Atemzug mit
Kollegen wie Within Temptation und After Forver (mit denen Autumn auch schon
auf Tour waren) nennt. Gleich nach dem Release des Albums spielten Autumn eine
Reihe von Shows als Headliner und waren bei den großen Festivals zu Gast:
Dynamo, Lowlands, Metalfest, Fields of Rock und M’Era Luna in Deutschland.
Gegen Ende 2003 ging es dann mit der Arbeit an neuen Songs los. Im Sommer 2004
begannen dann die Aufnahmen zu ihrem magnum opus, bei denen ihnen die
Produzenten Nico Outhuijse und Syb van der Ploeg (beide von Spanner) in den
SyCo-Studios zur Seite standen. „Nico und Syb hatten einen kathartischen Effekt
auf uns. Sie konnten uns dabei behilflich sein, endlich so zu klingen, wie wir
es schon immer wollten. So kam es, dass das Aufnehmen zum ersten Mal etwas
Erholsames hatte und nicht nur Stress war. Beide haben die Gabe, dass man sich
bei ihnen wohlfühlt, sie holen für alle das Beste raus,“ sagt Meindert. So
erklärt sich dann auch die Energie und das Selbstvertrauen, das auf Summer’s
End zu hören ist.
Mit ihrem neuen Plattendeal bei The Electric Co. – einem neuen und sehr
ambitionierten, holländischen Label – und der Erschaffung ihres eigenen
Autumn-Sounds, steht einem nationalen und internationalen Durchbruch nichts
mehr im Wege. Der Sommer ist zwar längst vorbei, aber der Herbst wird für
Autumn mindestens genauso schön und aktionsgeladen werden.




