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Alice In Chains Biographie

Alice In Chains

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Zu Beginn der 90er Jahre: Seattle, die Hafenstadt im Nordwesten der USA, ist kurzzeitig zum Nabelpunkt der Musikwelt aufgestiegen. Die Bezeichnung Grunge für einen neuartigen Musikstil ist in aller Munde. Bands wie Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam aus der dortigen Musikszene stehen im Mittelpunkt des Interesses. Alice In Chains, den Musikerkreisen Seattles seit 1987 zugehörig, haben mit Grunge eigentlich nichts zu tun. Ihr Sound klingt mehr nach Metal und hat einen markant doppelstimmigen Gesang im Programm. Alice In Chains setzt sich zusammen aus Sänger Layne Stayley, dem Gitarristen und Sänger Jerry Cantrell, Schlagzeuger Sean Kinney und Mike Starr am Bass.

In gewisser Weise profitiert die Band vom Grunge-Wahn, da sich Medien wie Plattenfirmen auf alles stürzen, was auch nur im entferntesten nach Grunge klingt bzw. auch nur aus Seattle kommt. Aber vor allem Cameron Crowes Film "Singles" von 1991, in dem AIC einen Gig spielen und den Track "Would" zum Soundtrack beisteuern, verschafft der Band ein höheres Maß an Bekanntheit und Popularität sowie eine Grammy-Nominierung. "Would" verkauft sich außerdem recht gut. Ein Jahr zuvor erschien bereits das Debut "Facelift" beim Majorlabel Columbia Records, das AIC 1989 unter Vertrag genommen hatte.

Mit dem zweiten regulären Longplayer "Dirt", bis dato ihr bestes Werk und mit Doppelplatin ausgezeichnet, steigen AIC endgültig in die erste Liga auf. Doch der Ruhm hat auch seinen Preis: Mike Starr muss 1993 angeblich wegen seiner Heroin-Eskapaden die Band verlassen. Er wird durch Mike Inez ersetzt, dem Bassisten von Ozzy Osbourne. Auch Layne Stayley ist in dieser Hinsicht kein Kind von Traurigkeit. Die 1994 erscheinende "Jar Of Flies" EP steigt direkt auf Platz eins der US-Billboardcharts ein und wird für einen Grammy vorgeschlagen, geht jedoch wie auch "Would" leer aus. Abseits seiner Hauptband startet Stayley mit Mike McCready von Pearl Jam, Barrett Martin (Ex-Screaming Trees) und Mysterious Baker die Gruppe Mad Season. Während Mike Inez nur kurzzeitig bei Slash's Snakepit die Saiten zupft, da dieser ihm zu schnarchig daherkommt.

Zu den Aufnahmen des dritten, selbstbetitelten Albums tauchen erstmals gewisse Ermüdungs -und Verschleißerscheinungen auf. Die Band scheint ausgebrannt zu sein, kann sich aber mit Hilfe von Produzent Toby Wright zur Studioarbeit wieder aufraffen. Lohn der Arbeit sind wiederum Nummer eins der Billboardcharts sowie Gold und Platin für "Alice In Chains". Später klopfen MTV an und bitten um eine Session für deren populäre Unplugged-Reihe. Eine Ehre, die nicht jedem Act zuteil wird. Selbstverständlich wird deshalb dieses Ereignis auf CD, Video und DVD verewigt und unter die Leute gebracht. In der Zwischenzeit hat sich Layne Stayley nach und nach aus der Öffentlichkeit zurück gezogen. Er gilt als anstrengende Persönlichkeit mit eigenwilligem Charakter. Außerdem soll er in seiner eigenen Welt leben, in der auch mal Dämonen von ihm Besitz ergreifen, wie sich ein Nahestehender Stayleys ausdrückte. Spekulationen um seine Drogensucht nehmen zum Teil absurde Ausmaße an.

Im Gegensatz dazu scheint der Kreativität Jerry Cantrells keine Grenzen gesetzt zu sein. Mit Hilfe von Kinney und Inez, Les Claypool (Chefnäsler von Primus), Rex (Pantera) und einigen anderen nimmt Cantrell 1996 das Soloalbum "Boggy Depot" auf. Dies nährt zusätzliche Gerüchte um einen bevorstehenden Schlussstrich unter die Ära Alice In Chains. 1998 wiederum nimmt die Band die Tracks "Died" und "Get Born Again" auf. Angeblich soll Stayley seine Probleme in den Griff bekommen und sich in Rehabilitation begeben haben. Die Auflösungsgerüchte halten sich aber hartnäckig und AICs Zukunft ist nach wie vor ungeklärt.

Columbia fängt an, den Backkatalog mittels Nice Price-Methoden auszuschlachten. Die unvermeidlichen "Best Of"-, "Live"- und "Greatest Hits"-Geschichten stürmen die Läden. Ohne einen gesunden und motivierten Sänger Stayley können Alice In Chains nicht existieren. Seine Kollegen scheinen vielleicht nur darauf zu warten, dass er sich wie Scott Weiland wieder aufrappelt. Seit dem 19. April 2002 kann dieser Wunsch nicht mehr Wirklichkeit werden. An diesem Tag wird Layne Staley tot in seiner Wohnung aufgefunden. Eine Überdosis Drogen wird als Todesursache nicht ausgeschlossen (siehe News).

2001 Greatest Hits
2000 Live
1999 Music Bank
1999 Nothing Safe: Best Of The Box
1996 Unplugged
1995 Alice In Chains
1994 Jar Of Flies
1992 Dirt
1992 SAP
1990 Facelift
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